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war, d. h. vor der Front der Regia (App. b. c. II 148) und der an dieser Stelle von Caesar errichteten Rednerbühne.1) Bei den letzten von mir veranstalteten Ausgrabungen (1888) kamen Fundamente eines Baues zum Vorschein, der vor Errichtung des Tempels des D. Julius hier stand; wahrscheinlich gehören sie jener Rednerbühne an.2) Der Tempel erhob sich auf einem hohen Unterbau, dem die Rostra Julia, eine mit einer halbrunden Nische in der Mitte versehene Bühne, vorgelegt sind. Die Nische diente vermutlich bei den von diesen Rostra aus gehaltenen laudationes zur Aufbahrung des Leichnams,3) die geradlinigen Fronten zu beiden Seiten der Nische waren mit den in der Schlacht von Actium erbeuteten Schiffsschnäbeln geschmückt

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(Dio LI 19.). Seitlich angebrachte Treppen führten auf die Bühne und von da weiter zu dem hochliegenden Tempel, einem sechssäuligen Pyknostylos (Vitruv III 2, 2), die Anlage war also ähnlich der des Castortempels. Die von mir im Jahre 1888 angestellten Untersuchungen haben die Rekonstruktion Abb. 6 mit Sicherheit ergeben. Vgl. die Münzdarstellungen COHEN, Hadrian 416-419, 1388. Der Tempel wurde am 18. August des Jahres 29 v. Chr., drei Tage nach dem aktischen Triumphe, dediziert. Aus den ihn darstellenden Hadrianischen Münzen (s. oben) ergibt sich, dass er von Hadrian restauriert worden ist. Zu beiden Seiten4) des Tempels

1) Vgl. O. RICHTER, Rednerbühne 1884,

p. 52 ff.

2) Vgl. O. RICHTER, Antike Denkmäler I, Taf. 27, 28.

3) Vgl. O. RICHTER, Die Augustusbauten

auf dem Forum Romanum, Jahrbuch des Instituts 1889, p. 145 f.

4) Es ist nur einer von diesen Bogen, der südliche, nachgewiesen. Aber die Analogie des Tempels des Mars Ultor mit den

standen Triumphbogen (Abb. 7); der südliche, zwischen diesem und dem Castortempel, war dreibogig. Seine sehr gut erhaltenen Fundamente sind. von mir im Frühjahr 1888 aufgedeckt worden. Sie gehörten dem dem Augustus zum Andenken an die Zurückgabe der parthischen Feldzeichen vom Senat und Volk im Jahre 19 v. Chr. errichteten Ehrenbogen (Veroneser Scholien zu Virg. Aen. VII 603) an. Reste der Architektur, sowie Münzabbildungen gestatten eine ziemlich sichere Rekonstruktion. Der vermutlich nördlich vom Tempel gelegene Bogen ist wegen Verschüttung der Nordseite des Forums bisher nicht aufgedeckt, doch sind die noch im 16. Jahrhundert über dem Schuttboden hervorragenden Reste desselben wahrscheinlich auf der von Hülsen veröffentlichten Vedute des Forums von Heemskerk (Bull. com. 1888, Taf. VII) und auf der von Müntz mitgeteilten Vedute des Forums aus dem Escurial (Mitt. d.. Inst. 1888 p. 94, 95, 98) dargestellt. Es war dies der zum Andenken an die Schlacht von Actium 29 v. Chr. errichtete Bogen (CIL. VI 1, 873).

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Litteratur: H. JORDAN, Der Tempel des D. Julius, Hermes IX p. 342 ff. 0. RICHTER, Antike Denkmäler I, Taf. 27, 28. Ders., Die Augustusbauten auf dem Forum Romanum, Jahrbuch des Instituts 1889, p. 146 ff.

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Abb. 7. Ostfrout des Forums (Tempel des Divus Julius und Triumphbogen des Augustus).

12. Die Curie (Curia oder Curia Hostilia). Ihr Bau geht der Überlieferung nach auf Tullus Hostilius zurück (Varro LL. V 155). Umgebaut wurde sie und zugleich vergrössert (Cic. de fin. V 2) durch Sulla, bei welcher Gelegenheit eine Anzahl von älteren Kunstwerken etc., die in und vor derselben, sowie in und bei der davor stehenden Rednerbühne sich befanden, entfernt wurde. Diese Curie brannte im Jahre 52 v. Chr. durch die Schuld der Anhänger des Clodius nieder (Cic. pro Mil. 33) und

beiden Bögen des Germanicus und Drusus, sowie der Rostra am Westende des Forums, die ebenfalls von zwei Triumphbogen flankiert waren, legen die Vermutung nahe, dass diese Form der Anlage auch hier angewandt

worden ist, zumal beim Fehlen des Bogens an der Nordostseite des Forums dieses nur an dreien seiner vier Ecken ein Eingangsthor gehabt hätte. Vgl. Jahrb. des Inst. 1889, p. 153 ff.

wurde bald darauf durch Faustus Sulla, den Sohn des Diktators, wiederhergestellt (Dio Cass. XL 49). Caesar liess sie abreissen und zunächst einen Tempel der Felicitas an ihrer Stelle errichten. Kurz vor seinem Tode begann er dann den Bau der neuen Curie, die von Augustus vollendet und als „Curia Julia" im Jahre 29 dediziert wurde. Die Identität dieser Curie mit S. Adriano ist sicher.1) Sie wurde durch Domitian, noch später nach einem Brande unter Carinus durch Diocletian, dessen Bau zum Teil erhalten ist, wieder hergestellt. In der Curie befand sich u. a. eine goldene Victoria mit einem Altar davor, um dessen Wegräumung zur Zeit des Übergangs des Heidentums ins Christentum heftige Kämpfe geführt wurden. Verbunden war mit der Curie das „Chalcidicum", später Atrium Minervae genannt, das Secretarium senatus, welches man in der neben S. Adriano gelegenen Kirche Sta. Martina wiedergefunden hat. Die jetzt beide Kirchen trennende Via Bonella ist späteren Ursprungs (Taf. 11 A). LANCIANI, L'aula

Litteratur: URLICHS, De curia Julia, Nuov. Mem. 1865, p. 77 ff.

e gli uffizi del senato Romano, Atti dei Lincei XI 3 ff. Die darin publizierten Zeichnungen von Giuliano da Sangallo dem Jüngeren und Peruzzi veranschaulichen den Zustand der beiden Gebäude vor Anlage der Via Bonella (Sixtus V). Vgl. BURSIAN'S Jahresbericht 1883, p. 467.

13. Die Basilica Aemilia. Ihre Lage unter dem bis jetzt nicht ausgegrabenen Terrain zwischen S. Adriano und dem Faustinatempel ist sicher (mutmasslicher Grundriss Taf. 9 und 11A). Ihr Bau wurde im Jahre 179 v. Chr. von den Censoren Fulvius und Aemilius beschlossen und sodann hinter den „argentariae novae", den die Nordseite des Marktes damals begrenzenden Tabernen, ausgeführt. Sie hiess anfangs Basilica Fulvia oder Aemilia et Fulvia, der Konsul des Jahres 78 v. Chr., M. Aemilius Lepidus stellte darin eherne Schilde mit den Bildern seiner Ahnen auf (Plin. N. H. XXXV 13). Im Jahre 54 v. Chr. wurde sie durch L. Aemilius Paulus (vgl. die Bezeichnung b. Pauli bei Stat. Silv. I, 1. 30) mit dem Gelde Cäsars umgebaut und nach Entfernung der Tabernen bis an das Forum vorgerückt (Appian b. c. II 26; Dio Cass. XLIX 42). Seit dieser Zeit hiess sie Basilica Aemilia. 34 v. Chr. wurde sie abermals umgebaut, brannte im Jahre 14 v. Chr. ab und wurde dem Namen nach von einem Aemilius, in Wirklichkeit aber von Augustus wieder aufgebaut (Dio Cass. LIV 24). Erst durch ihn erhielt sie ihre prachtvolle Ausstattung mit Säulen von phrygischem Marmor. Erwähnt wird sie bei Tac. ann. III 72, wo Lepidus bittet, ut basilicam Pauli, Aemilia monumenta, propria pecunia firmaret ornaretque und zur Zeit Domitians bei Statius I 1, 30 ff. Möglicherweise stand noch im 15. Jahrhundert ein Teil aufrecht.

Litteratur: CHR. HÜLSEN, Sopra un edifizio antico presso S. Adriano, Ann. d. Inst. 1884, p. 323 ff.; Röm. Mitt. 1889 p. 242 und 1893 p. 281, der sich namentlich um die Rekonstruktion des Gebäudes auf Grund älterer Zeichnungen verdient gemacht hat.

14. Zu diesen Bauten kommen noch eine kleine Kapelle der Faustina, deren Reste vermutlich zwischen dem Concordia- und Vespasianstempel erhalten sind (CIL. VI 1019; vgl. HÜLSEN, Röm. Mitt. 1893 p. 284); ferner die Schola Xanthi, ein kleines Amtsgebäude für scribae und praecones, das in der Nähe der Rostra gelegen haben muss, und von dem im

1) LANCIANI, L'itin. d'Einsiedlen p. 58.

16. Jahrhundert ein marmornes Epistyl gefunden wurde, dessen Inschriften (CIL. VI 103) besagen, dass diese Schola von C. Avillius Licinius Trosius erbaut und von Bebryx Drusianus und A. Fabius Xanthus wiederhergestellt und mit einer Victoria Augusta, ehernen Sesseln und sieben silbernen Götterbildern verziert worden sei (vgl. HÜLSEN, Röm. Mitt. 1888 p. 208 ff.).

27. Die noch nachweisbaren, das Forum umgebenden oder auf demselben errichteten Gebäude sind also zeitlich folgendermassen zu ordnen: a) Aus der Zeit der Republik stammen: der Carcer und die Tempel der Concordia, des Saturn, des Castor, der Vesta und die Regia. Von diesen hat nur der Carcer in dem noch jetzt existierenden Tullianum einen Teil des ursprünglichen Baus bewahrt, die übrigen Gebäude sind sämtlich umgebaut.

b) Aus der Zeit des Augustus stammen die Curia, die Aedes Divi Juli mit dem daneben stehenden Arcus Augusti, die Basilica Julia und Aemilia und die Rostra. Ferner wurden damals umgebaut und erhielten im wesentlichen die noch jetzt erkennbare Gestalt die Tempel der Concordia, des Saturn und des Castor.

c) Nach Augustus sind hinzugekommen der Vespasianstempel (80 n. Chr.), der Faustinentempel (141 n. Chr.) und die Kapelle der Faustina, die Porticus deorum consentium und die Schola Xanthi (Zeit unsicher), endlich der Bogen des Severus (203 n. Chr.).

Es ergibt sich demnach, dass wir das Forum im wesentlichen in der ihm von Augustus gegebenen Gestaltung noch jetzt vor uns haben. Was nach Augustus hinzugekommen ist, konnte wohl den Gesamteindruck alterieren, wie namentlich die unten noch zu erwähnenden auf der Area errichteten Ehrendenkmäler, aber an den Grundlinien des Forums ist seit Augustus nichts geändert worden. Es ist freilich nicht anzunehmen, dass darum die Forumsbauten nun für alle Zeiten unverändert gestanden haben; von den Rostra z. B. wurde oben eine ganze Reihe aufeinander folgender Umbauten nachgewiesen, von denen eine der wichtigsten aus der Zeit des Hadrian stammt; eine gleichzeitige Restauration des mit einer Rednerbühne versehenen Tempels des Divus Julius ist ebenfalls nachgewiesen; dass Hadrian sich aber mit der Wiederherstellung einzelner Gebäude des Forums begnügt haben sollte, ist nicht anzunehmen; zu den opera ubique infinita, von denen die Vita Hadriani 19 spricht, wird auch die Wiederherstellung des Forums und seiner Gebäude zu rechnen sein.1) Da die Gebäude aus der Zeit des Augustus, von allen durch Brandschaden etc. verursachten Zerstörungen abgesehen, doch nicht die Jahrhunderte hindurch ohne Erneuerung gestanden haben können, so wird man gut thun, für sie die Möglichkeit einer Erneuerung durch Hadrian in erster Linie ins Auge zu fassen. Leider verlässt uns hier die Überlieferung gänzlich und auch genaue Untersuchungen der Reste führen nicht immer zu sichern oder annähernden Resultaten. Im allgemeinen kann als Grundsatz aufgestellt werden, dass an keinem römischen Gebäude aus der ersten Kaiserzeit die grossen Restaurationen

1) Mit Stückwerk hat sich Hadrian jedenfalls nicht abgegeben. So haben z. B. die neuesten, an anderer Stelle zu behandelnden Pantheonsforschungen das überraschende Re

sultat ergeben, dass dieser allgemein auf Agrippa zurückgeführte Bau durchaus hadrianisch ist.

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