Lapas attēli
PDF
ePub

auch ein Aichungsamt und ein Depot des kaiserlichen Fiskus.1) Meine Untersuchungen an der Ruine haben ergeben, dass an den beiden Langseiten des Unterbaus (die Hinterseite ist nicht ausgegraben) sich zwischen je zwei Säulen Gemächer, im ganzen auf jeder Seite elf, befanden, die nach aussen sich öffneten und mit Bronzethüren abgeschlossen wurden. Dies waren die Räume zur Unterbringung der genannten und ähnlicher Geschäftsstellen (Cicero pro Quinctio 4, 17; Schol. zu Juvenal XIV, 261 ed. Jahn, p. 374). Hinter dem Castortempel befand sich der Lacus Iuturnae, ein Brunnenbassin, in welchem sich die vom Palatin kommenden Wasser sammelten. Hier sollten die Dioskuren, als sie die Nachricht vom Siege am See Regillus brachten, ihre Rosse getränkt haben. Es ist schon deshalb wahrscheinlich, dass auf den Treppenwangen des Tempels die Originale der beiden jetzt auf der Kapitolsbalustrade stehenden Dioskuren gestanden haben. Sie führen ihre Rosse am Zügel, sind also dargestellt, wie sie sie zur Tränke zum Lacus Iuturnae führen. Der Lacus Iuturnae hat im Mittelalter noch existiert. In unmittelbarer Nähe des Castortempels, aber nicht mehr am Forum, errichtete Domitian einen Tempel (oder eine Kapelle?) der Minerva, der auch in der Regionsbeschreibung genannt wird. Seine Lage ist unsicher, auch von seinem Schicksale wissen wir so gut wie nichts (vgl. Bull. d. Inst. 1845 p. 127).

9. Der heilige Bezirk der Vesta umfasste den an der Ostseite des Forums gelegenen Gebäudekomplex des Vestatempels, des Vestalenhauses und der Regia. Ursprünglich gehörten dazu auch noch die Amtswohnung des Pontifex Maximus und der Hain der Vestalen, doch sind dieselben spätestens bei der Regulierung des Terrains nach dem Brande unter Commodus (191 n. Chr.) verschwunden. Dieser heilige Bezirk ist von allen Seiten von Strassen begrenzt, im Norden von der Sacra via, im Osten von dem Vicus Vestae, im Süden von der Nova via, im Westen stösst er an die Area des Forums. Er war von einer besonderen Mauer umgeben, deren Reste nach dem Forum und nach der Sacra via zu noch vorhanden sind und die alte Orientierung haben, die nach dem Brande von 191 n. Chr. verschwand; dieselbe Orientierung haben auch die Reste des zwischen Regia, Vestatempel und Vestalenhaus liegenden Pflasters.

a) Der Vestatempel (Aedes Vestae) ist eine der ältesten Kultusstätten Roms, deren Entstehungszeit nicht nachzuweisen ist, doch wird ausdrücklich erwähnt, er habe ausserhalb des palatinischen Pomeriums gestanden (Dionys. II 65). Die Sage nennt König Numa als seinen Erbauer (Dionys. II 66; Ovid. Trist. III 1, 29). Auch wann dieser Rundtempel (Ovid. fast. VI 296; Fest. p. 262) zuerst in monumentalem Steinbau aufgeführt wurde, ist unbekannt. 2) Er ist mehrfach durch Brand zerstört worden, 241 (Ovid. fast. VI 437 ff.; Liv. epit. 19) und 210 v. Chr., dann im Nero

1) Vgl. JORDAN, Top. I 2 p. 374 Anm. 83. HÜLSEN, Röm. Mitt. 1889, p. 244. MARQUARDT II, p. 66. HIRSCHFETD, Untersuchungen zur Röm. Verwaltungs-Geschichte p. 3 f.

2) Serv. ad Aen. VII 153: nisi in au

gusto loco consilium senatus habere non poterat: unde templum Vestae non fuit augurio consecratum, ne illuc conveniret senatus, ubi erant virgines; nam haec fuerat regia Numae Pompilii: ad atrium autem Vestae conveniebat, quod a templo remotum fuerat.

nischen Brande (Tac. ann. XV 41), zuletzt in dem grossen Brande unter Commodus im Jahre 191 n. Chr. Hergestellt wurde er damals von Julia Domna, deren Münzen den Tempel zeigen (COHEN, Julia Domna 205, 208). Der Tempel wurde 394 von Theodosius geschlossen. Erhalten ist jetzt nur noch die sehr zerstörte Gusswerkmasse des Stereobaten und der Ansatz der nach Osten gehenden Treppe, ausserdem eine Anzahl von Gebälkresten, die eine ziemlich sichere Rekonstruktion gestatten. Er war ein gewölbter Peripteros mit 20 Säulen von 18-19 m Durchmesser, unter der Öffnung des Daches stand der Altar mit dem ewigen Feuer; ein Kultusbild hat er nach Ovid. fast. VI 295 ff. nicht enthalten, doch befand sich darin u. a. das Palladium, das mehrmals erwähnt wird. Beim Einbruch

[graphic][merged small]

der Gallier wurde es an dem Doliola genannten Orte (Varro LL. V 157) vergraben, während die Vestalinnen nach Caere flüchteten. Bei dem Brand von 241 rettete der Pontifex Maximus Caecilius Metellus die sacra, Ovid. fast. VI 433 ff.; Plin. N. H. VII 141; Val. Max. I 4, 4. Die Rekonstruktionsversuche sind zahlreich. Hervorzuheben sind die von JORDAN (vgl. Abb. 4) und AUER in den unten angeführten Schriften. Über antike Abbildungen vgl. HÜLSEN, Röm. Mitt. 1892 p. 285 und 1893 p. 286.

[ocr errors]

b) Das Vestalenhaus (Atrium Vestae, auch Atrium regium). Es ist im Jahre 1883 aufgedeckt worden. Den Hauptraum desselben bildet ein Peristyl (gewöhnlich Atrium genannt) von mächtigen Dimensionen (67 zu 24 m), in welchem eine Anzahl Statuen von Virgines Vestales maximae

nebst Ehrenbasen gefunden sind. An dasselbe schliesst sich nach Osten zu das Atrium (gewöhnlich Tablinum genannt) an, umgeben von sechs Kammern für die Jungfrauen, darin Reste kostbarer Marmorarten. Die südliche Langseite des Peristyls ist von einer Reihe von Gemächern eingenommen, deren Bestimmung zum Teil durch die darin gefundenen Gerätschaften und Vorrichtungen noch zu erkennen ist. Auch die Nord- und Westseite des Peristyls ist von Gemächern eingefasst, über dem östlichen und südlichen Teil des Gebäudes sind die Reste eines zweiten Stockwerkes mit Badezimmern etc. vorhanden (Grundriss auf Taf. 9). Eine von dem Wiener Architekten H. Auer vorgenommene Analyse des Gebäudes hat ergeben, dass dasselbe aus vier verschiedenen Bauperioden stammt. Der älteste Teil (allerdings auch wohl kaum über das 1. Jahrhundert v. Chr. hinaufreichend) ist der östliche, das Atrium; dass gerade dieser älteste Teil am weitesten von dem Tempel entfernt ist, zeigt, dass zwischen beiden Gebäuden der in republikanischer Zeit öfter erwähnte, dann spurlos verschwundene Hain der Vestalen gelegen hat. An diesen ältesten Teil grenzte das Amtshaus des Pontifex Maximus (Dio Cass. LIV 27 ὁμότοιχος ταῖς οἰκήσεσιν αὐτῶν ἦν). Als Augustus im Jahre 12 v. Chr. an Stelle des Lepidus Pontifex Maximus wurde, überliess er dies Haus nach Dio Cass. a. a. O. den vestalischen Jungfrauen. Bei einem späteren Umbau scheint es niedergerissen, und demnächst ein einheitliches Gebäude hergestellt zu sein. Reste eines aus republikanischer Zeit stammenden Palastes liegen unter den nördlich das Peristyl abschliessenden Bauten und erstrecken sich bis an die Sacra via. In diesen jetzt wieder zum Vorschein gekommenen Fundamenten die Reste jenes alten Amtshauses zu sehen, ist um so mehr angezeigt, da sie dieselbe Orientierung haben, wie die Regia und der Vestatempel. Die wichtigste Erweiterung erfuhr das Vestalenhaus unter Hadrian; die Mauern der südlichen Langseite enthalten Ziegelstempel aus jener Zeit in grosser Anzahl. Die letzte Gestaltung erhielt es nach dem Brande des Jahres 191 durch Julia Domna (s. oben); die in dem Peristyl gefundenen Inschriften und Statuen reichen mit ganz geringen Ausnahmen ebenfalls nur bis auf diese Zeit. Das Vestalenhaus muss in seiner letzten Gestaltung ein ungesunder Aufenthalt gewesen sein. Die Lage ist sehr ungünstig; der Boden des Atriums liegt 30 Fuss unter der Nova via, über der sich zu ganz ausserordentlicher Höhe die Kaiserpaläste erhoben, so dass die Sonne kaum in diese Räume drang. Um die Feuchtigkeit abzuhalten, sind nach der Nova via doppelte Mauern mit Zwischenräumen errichtet. In den Wänden finden sich Heizvorrichtungen. Der Eingang des Hauses liegt zunächst dem Vestatempel; unmittelbar neben dem Eingange befindet sich eine Aedicula der Vesta, deren noch vorhandene, eine Wiederherstellung bezeugende Inschrift aus Trajanischer Zeit stammt (vgl. JORDAN a. a. O. p. 27).

Litteratur: R. LANCIANI, L' atrio di Vesta, Con appendice del Comm. Gio. Battista de Rossi in den Notizie degli scavi, Dezember 1883. C. MAES, Vesta e Vestali, 1883. H. JORDAN, Der Tempel der Vesta und das Haus der Vestalinnen, 1886. H. AUER, Der Tempel der Vesta und das Haus der Vestalinnen am Forum Romanum, Denkschriften der Wiener Akademie 1888, p. 209 ff. LANCIANI, Ruins and excavations p. 228 ff. Auf S. 232 ff. gibt Lanciani ein Verzeichnis der angelsächsischen Münzen, die 1883 bei den Ausgrabungen im Vestalenhause gefunden wurden. HÜLSEN, Röm. Mitt. 1889 p. 245 ff., 1891 p. 91, 1892 p. 287.

c) Die Regia. Ihre Gründung geht gleich der des Vestatempels in die älteste Zeit, der Sage nach auf den König Numa zurück, der in ihr gewohnt haben soll (Solin. I 21; Ovid Trist. III 1, 30 haec fuit antiqui regia parva Numae); daher bei Tac. ann. XV 41: Numaeque regia u. a. Stellen mehr.1) Festus p. 278 leitet den Namen von dem Rex sacrorum ab: Serv. Aen. VIII 363 domus enim, in qua pontifex habitat, regia dicitur, quod in ea rex sacrificulus habitare consuesset.2) In republikanischer Zeit dient sie als Amtshaus des Pontifex Maximus. Es befanden sich in ihr mehrere Sacraria, wie namentlich das des Mars, der Aufbewahrungsort jener heiligen Lanzen, deren Bewegung als Prodigium galt, sowie der ancilia, der heiligen Schilde, ferner ein Sacrarium der Ops (Varro LL. VI 21), im Kalender unter dem 19. Dezember Opi ad forum genannt. Sie bildete die

[graphic][subsumed][ocr errors][merged small]

Ostseite des Forums, daher es auch von der Verbrennung der Leiche Caesars bei App. b. civ. II 148 heisst, sie sei vor der Regia (v9a vò nála Ρωμαίοις ἐστὶ βασίλειον) verbrannt worden. - Die Regia ist mehrfach durch Brand zerstört worden, über den Brand von 148 v. Chr. vgl. Obsequens 19; als sie im Jahre 36 v. Chr. abgebrannt war, wurde sie durch Cn. Domitius Calvinus prachtvoll wieder aufgebaut (Dio Cass. XLVIII 42); als besonderer Schmuck des Einganges werden bei Plinius N. H. XXXIV 48

1) Bei Horaz carm. I 2, 15 in poetischer Umschreibung monumenta regis, vgl. p. 26 Anm. 3.

2) Anders Varro LL. V 47: sacra (via) appellanda est a regia ad domum regis sacrificuli.

zwei Karyatiden erwähnt; die Fundamente und spärliche Reste der Mauern dieses Neubaues sind jüngst aufgedeckt worden; seine Aussenwände waren von Marmorblöcken. Auf denselben waren die Konsular- und Triumphalfasten, deren Reste, ebenfalls auf Marmorblöcken eingegraben, sich zwischen dem Castortempel und dem Faustinentempel zerstreut gefunden haben, angebracht. Augustus überliess nach Dio Cass. LIV 27 die Regia den Vestalinnen, ἐπειδὴ ὁμότοιχος ταῖς οἰκήσεσιν αὐτῶν ἦν. Amtslokal des Pontifex Maximus ist sie aber noch zur Zeit Domitians (Plin. epist. IV 11: reliquos pontifices non in regiam sed in Albanam villam convocavit). Auch ein Fragment des kapitolinischen Stadtplans (Form. U. III 21) enthält den Namen r]EGIA. Es scheint, als ob sie weder vom Neronischen Brande (Tac. ann. XV 41) noch von dem grossen Brande unter Commodus im Jahre 191 n. Chr. allzu stark berührt worden ist. HÜLSEN (Jahrb. d. Inst. 1889 p. 228 ff.) hat eine Rekonstruktion der Regia auf Grund der noch existierenden Reste versucht. Ob das von ihm konstruierte Gebäude die ganze Regia darstellt, oder nur einen Teil, steht dahin. Jedenfalls veranschaulicht sie in ansprechender Weise die Anbringung der Fasten auf den Aussenwänden des Gebäudes (vgl. Abb. 5). Über die Fasten vgl. CIL. I2 p. 1 ff. nebst Taf. 1. Sie befinden sich jetzt auf dem Kapitol.

Litteratur: F. M. NICHOLS, La Regia, Mitteilungen des Instituts I 1886, p. 94-98. H. JORDAN, Gli edifizi antichi fra il tempio di Faustina e l' atrio di Vesta. Mitt. d. Inst. I, 1886, p. 99-111. F. M. NICHOLS, The Regia, the Atrium Vestae and the Fasti Capitolini 1887. HÜLSEN, Die Regia, Jahrb. d. Inst. 1889 p. 228 ff.

10. Der Tempel des Antoninus und der Faustina. Er wurde von Antoninus seiner Gattin Faustina zu Ehren erbaut (141 n. Chr.), nach seinem Tode 161 n. Chr. wurde er ihm mitgeweiht und die Inschrift CIL. VI 1, 1005 (Divo Antonino et divae Faustinae ex S. C.) entsprechend erweitert. Was für Gebäude ehemals hier gestanden haben, ist unbekannt. In ihn ist im 7. oder 8. Jahrhundert n. Chr. die Kirche S. Lorenzo in Miranda eingebaut, die ehemals mit Statuen geschmückte Vorhalle (sechssäulig, Cipollinsäulen) nebst Treppe steht noch (Grundriss s. Taf. 9 und 11A). Über die Geschichte des Tempels im Mittelalter und der Neuzeit vgl. LANCIANI, Ruins and excavations p. 218 ff. Zwischen dem Tempel und der Regia, den Eingang zum Forum bildend, stand der Fabierbogen (Fornix Fabianus). Er war im Jahre 121 v. Chr. von Q. Fabius Maximus zum Andenken an seinen Sieg über die Allobroger errichtet. Teile der Inschrift (CIL. VI 1, 1303. 1304) und einige möglicherweise dazu gehörige Stücke der Wölbung sind wiedergefunden. Gesichert ist seine Lage durch die Bezeichnung, er habe zwischen Faustina- und Vestatempel gestanden, die Fundamente sind aber nicht gefunden. Er wird öfters erwähnt, so namentlich von Cicero pro Plancio 7, 17, in Verrem act. I 7, 19, de oratore II 267. Der Bogen trug eine, wie es scheint, bedeutende Anzahl von Statuen von Fabiern (CIL. 12 p. 198). Wiederhergestellt wurde er 56 v. Chr. von dem Enkel des Erbauers (vgl. Cic. in Vat. 11, 28).

Litteratur: MOMMSEN, Sul fornice Fabiano, Ann. d. Inst. 1858, p. 173 ff. DE ROSSI, Dell' arco Fabiano nel foro, Ann. d. Inst. 1859, p. 307 ff.

11. Die Aedes Divi Juli. Sie wurde durch Augustus an der Stelle des Forums errichtet, wo die Leiche seines Adoptivvaters verbrannt worden

« iepriekšējāTurpināt »