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architektonisches Mittelglied zweier hier befindlicher Denkmäler, des von Augustus errichteten Miliarium aureum und des als Pendant dazu von Constantin erbauten Umbilicus Romae (von letzterem stehen die Fundamente noch) diente.1) In einer noch späteren Zeit wurde die Bühne, die zuletzt ausschliesslich zur Aufstellung von Ehrendenkmälern diente, durch seitliche Anbauten verlängert. Eine ganz späte Restauration, aus dem Jahre 472 n. Chr., durch den Stadtpräfekten Junius Valentinus hat HÜLSEN, Röm. Mitt. 1895 p. 58 f. nachzuweisen gesucht. Es existieren von dieser Wiederherstellung, wie es scheint, noch die Bruchstücke des Simses der Fassade mit Resten einer Inschrift. Bei den Rostra (an ihrer Nordseite) standen die Statuen der drei Sibyllen, die tria fata, welche im Mittelalter dem Platze den Namen gegeben haben. Auch bei der alten Rednerbühne sollen nach Plinius N. H. XXXIV 22 schon seit Tarquinius Priscus Statuen der drei Sibyllen gestanden haben. Nachher waren sie verschwunden und wurden von Augustus wieder hergestellt. Später hiess die Gegend,ad palmam' (vgl. DE ROSSI, Bull. com. 1889 p. 363 f.) von der mit einer Siegespalme geschmückten Statue des Claudius Gothicus. Ebenfalls bei den Rostra stand eine Aedicula des Genius Populi Romani, in der Regionsbeschreibung neben den Rostra erwähnt (Kal. zum 9. Okt.).

Litteratur: H. JORDAN, E. FABRICIUS, Memoria sui Rostri del Foro Romano. Ann. d. Inst. 1883, p. 23 ff. nebst Mon. d. Inst. XI, 49. F. M. NICHOLS, Notizie dei Rostri del Foro Romano, 1885. O. RICHTER, Scavi ai Rostri del Foro Romano, Bull. d. Inst. 1884, p. 113 ff. Derselbe: Rekonstruktion und Geschichte der römischen Rednerbühne 1884. Derselbe: Die Römische Rednerbühne, Jahrb. des Inst. 1889. 1-17 mit Rekonstruktionen. HÜLSEN, Röm. Mitt. 1889, p. 238 ff. Ueber die im Jahre 1872 auf dem Forum entdeckten Marmorbalustraden, die von hohem Werte für die Topographie sind, da sie die beiden Langseiten des Forums darstellen, vgl. H. JORDAN, Bursians Jahresberichte 1875, p. 725 ff.; daselbst findet sich auch die Litteratur darüber. Von den nachher erschienenen Schriften sind hervorzuheben: O. MARUCCHI, Dei due bassirilievi del Foro Romano, in den Studi in Italia 1880, p. 678 ff. und Bull. d. Inst. 1881, p. 11 f., p. 53 f. observationes de antiquitate Romana, Marburger Programm 1883. schranken auf dem Römischen Forum, Röm. Mitt. 1898 p. 326.

E. BORMANN, Variae PETERSEN, Die Relief

6. Der Severusbogen. Er wurde im Jahre 203 dem Septimius Severus, Caracalla und Geta zu Ehren errichtet. Des letztern Name ist, offenbar nach seiner Ermordung 212, ausgemeisselt, dafür sind die auf Severus und Caracalla bezüglichen Worte optimis fortissimisque principibus eingesetzt, vgl. CIL. VI 1, 1033. Der Bogen hat drei Durchgänge (vgl. den Forumsplan Taf. 10), von denen die beiden seitlichen Stufen haben, die von der niedriger gelegenen Area des Forums auf die höher gelegene Area Concordiae führen. Durch den mittleren Durchgang führt jetzt in starker Steigung eine aus der letzten Zeit des Altertums stammende Pflasterstrasse; es ist indessen sicher, dass auch der mittlere ursprünglich auf Stufen erstiegen wurde. Es ist möglich, dass an der Stelle dieses Bogens schon früher ein anderer, kleinerer Bogen stand, der den Eingang zur Area des Forums von der Nordwestecke her bildete und das Pendant zu dem Tiberiusbogen bildete; auf den Marmorbalustraden sieht man nörd

1) Vom Miliarium aureum, dem goldenen Meilenzeiger, sind ein Säulenstumpf und ein Stück der Basis wieder aufgefunden worden.

Die Strassen wurden auch nach seiner Errichtung von den Thoren der Serviusmauer gezählt.

lich von der Rednerbühne ein einbogiges Eingangsthor. Wahrscheinlich war die Rednerbühne gleich dem ihr gegenüberliegenden Tempel des Divus Julius (mit den Rostra Julia) von zwei Triumphbogen flankiert. Der Ungeschmack der Zeit des Severus zeigt sich durch nichts besser, als durch die Errichtung dieses ungeheuren Bogens, der die symmetrische Anlage der Westseite des Forums zerstörte und die Front des Concordientempels verdeckte.1)

7. Die Basilica Julia. Sie wurde 54 v. Chr. durch Julius Caesar begonnen,) im Jahre 46 noch unfertig dediziert und nach seinem Tode von Augustus vollendet. Sehr bald nachher brannte sie ab und wurde. nun von neuem und grösser aufgebaut (Mon. Anc. IV 13). Die Vergrösserung scheint eine Erweiterung nach dem Castortempel zu gewesen zu sein; sie ist hier, wie der Plan zeigt, über die grosse Kloake fortgebaut. Dieser

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Abb. 2. Reste des kapitolinischen Stadtplanes mit Darstellung von Gebäuden des Forums.

letzte Bau wurde von Augustus erst wenige Monate vor seinem Tode dediziert, und zwar, während er sie anfänglich unter dem Namen seiner Söhne Gaius und Lucius weihen wollte, 3) als Basilica Julia (Suet. Aug. 29). Über die weitere Geschichte des Baues sind wir so gut wie gar nicht unterrichtet. Es fanden sich in demselben Ziegelstempel aus der Zeit der Antonine und Diocletians. Erhalten ist fast nur der Unterbau mit den Treppenanlagen. Er senkt sich in diagonaler Richtung nach dem Castortempel zu (LANCIANI, Ruins and excavations p. 277). Auf den Stufen sind tabulae lusoriae eingekratzt. Vgl. HÜLSEN, Röm. Mitt. 1896 p. 227 ff. Die Reste des Oberbaues sind früher ausgegraben und von Bramante zum Bau des

1) Der Bogen ist sehr oft abgebildet, namentlich bei ROSSINI, Archi trionfali Taf. 50-59. Die Reliefs stellen Scenen aus den Kämpfen gegen Araber, Parther u. s. w. dar.

2) Auf den Beginn des Baus bezieht sich Cic. ad Attic. XIV 16 Paullus in medio foro basilicam iam paene texerat iisdem antiquis

columnis, illam autem, quam locavit, facit magnificentissimam.

3) Vgl. die Stelle aus dem Mon. Ancyr. auf p. 56. Sueton Aug. 29 sagt geradezu: Quaedam etiam opera sub nomine alieno.... fecit ut porticum basilicamque Gai et Luci,

Palastes Giraud-Torlonia auf der Piazza Scossacavalli verwendet worden. Nur am westlichen Ende, in welches im Mittelalter die Kirche S. Maria de foro, später S. M. de Cannapara genannt, eingebaut worden ist, sind noch einige Pfeiler erhalten.1) - Die Basilica bestand aus einem Mittelraum von 82 X 16 m Grösse, in dem die Reste eines kostbaren Paviments von Giallo antico, Africano etc. erhalten sind, und zwei denselben allseitig umlaufenden Portiken. Die Gesamtlänge beträgt 101 m, die Tiefe 49 m. Man nimmt an, dass sie zwei Stockwerke gehabt habe und überdacht gewesen sei. Die auf der Area des Forums befindliche Marmorbalustrade (Taf. 8b) gibt ein Bild von der Fassade (nur den unteren Stock). Sie war auf allen Seiten von Strassen umgeben; an die Hinterseite sind Tabernen angebaut. In die Nordostecke des Gebäudes ist der auf Travertinquadern ruhende Backsteinkern einer Basis eingebaut (2,50 X 3 m die Grundfläche, 2 m die Höhe), deren Bestimmung unbekannt ist; möglicherweise ist sie die wenigstens noch zu Augustus' Zeit existierende Pila Horatia (Liv. I 26), die von Dionys. III 22 sehr unbestimmt als ἡ γωνιαία στυλὶς ἡ τῆς ἑτέρας παστάδος άoxovσa év áɣoog bezeichnet wird. An der Südwestecke der Basilica, in dem Vicus Jugarius, befand sich ein Brunnen, der Lacus Servilius; derselbe ist auch bei den letzten Ausgrabungen nicht zum Vorschein gekommen. Im Jahre 377 hat Probianus, Stadtpräfekt unter Valentinian, Valens und Gratian, die Basilica wieder hergestellt und von neuem mit Statuen geschmückt, Eph. epigr. III 277. Ein so ungeheures Bauwerk, welches an Flächenraum der Area des Forums selbst nur wenig nachstand, musste natürlich alle Spuren des früheren Zustandes dieser südlichen Langseite des Forums tilgen, wie in gleicher Weise die ihr gegenüberliegende Basilica Aemilia den der Nordseite. Aus den Überlieferungen der Schriftsteller wissen wir, dass beide Langseiten des Forums früher von Tabernen eingenommen waren (vgl. Taf. 9). Ursprünglich waren diese Tabernen Fleischerscharren, später, nachdem im Norden des Forums 179 v. Chr. das Macellum errichtet war, hausten darin namentlich Goldschmiede und Wechsler, daher auch tabernae argentariae genannt. Durch C. Maenius, den Sieger über die Latiner, der das Forum, soweit das Können und der Geschmack seiner Zeit (4. Jahrh. v. Chr.) es erlaubte, geschmückt hat, wurden über denselben Galerien oder Balkone angelegt, von denen das Volk den auf dem Forum stattfindenden Gladiatorenspielen zuschaute. Diese Balkone nannte man nach ihrem Erbauer Maeniana.2) Die Tabernen der nördlichen Seite brannten im Jahre 210 v. Chr. (Liv. XXVI 27, 2) ab und hiessen nach ihrer Wiederherstellung die novae, die der Südseite die veteres. Im Jahre 170 errichtete Sempronius Gracchus hinter den Tabernae veteres eine Basilica, die Basilica Sempronia (Liv. XLIV 16, 10), nachdem schon zehn Jahre vorher

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1) Die Kirche wurde 1881 aufgefunden und zerstört. Vgl. LANCIANI, La basilica Giulia Bull. com. 1891, p. 229 ff. Auf S. 244 seines Buches Ruins and excavations gibt derselbe ein anschauliches Bild von den Zerstörungen, die die Basilica erlitten hat. MAZZANTI, Archivio stor. dell' arte 1896 p. 164.

2) Auch von den Rostra aus schauten

besonders dazu Berechtigte den Spielen zu.
Cic. Phil. IX 7, 16. Zum Andenken an
Maenius' Siege über die Latiner wurde im
Jahre 338 v. Chr. die oft erwähnte Columna
Maenia errichtet; sie stand in der Nähe des
Carcers und trug vermutlich eine Reiter-
statue. Vgl. DETLEFSEN, De arte Rom. ant.
II, p. 17. Vgl. Amm. Marc. XVII, 9, 10.

Fulvius Nobilior hinter den novae eine errichtet hatte. Aber die Basiliken konnten erst dann zu voller Geltung und zu wirklicher Erfüllung ihres Zweckes kommen, wenn sie unmittelbar an den Markt stiessen, dessen Geschäfte sie zum Teil aufzunehmen bestimmt waren, und so verschwinden. denn durch den Neubau der Aemilia und Julia die Tabernen. Wie schon die Schlächter vom Markte hatten weichen müssen, so siedelten jetzt die Argentarii auf die Sacra via und die sonst in das Forum einmündenden Gassen über, zum Teil in die Basiliken selbst. Nummularii de basilica Julia werden erwähnt CIL. 9709. 9711. 9712.1)

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8. Der Castortempel (Aedes Castorum oder Castoris). Der Überlieferung nach (Liv. II 42; Ovid. fast. I 706; Kal. vom 27. Januar nebst Mommsens Anmerkung zu CIL. I2 p. 385) ist er im Jahre 484 v. Chr. zum Andenken an die Hilfe gegründet, welche die Dioskuren den Römern in der Schlacht am See Regillus gebracht hatten. Er ist mehrmals erneuert worden, das erste Mal im Jahre 117 v. Chr. durch L. Caecilius Metellus Dalmaticus, der nach Cicero pro Scauro 46 auch neue Götterbilder für denselben anfertigen liess.2) Dieser Tempel war aller Wahrscheinlichkeit

1) In der Basilica Julia hielt u. a. das Centumviralgericht seine Sitzungen ab. Plin. ep. V 9, II 14, VI 33; Mart. VI 38.

2) Vielfache Münzdarstellungen der republikanischen Zeit zeigen die beiden Dios

kuren als jugendliche Reiter mit Mantel und Lanze. Inwiefern dieselben der Darstellung im Tempel entsprechen, wissen wir nicht. In republikanischer Zeit stand vor dem Tempel die Statue des Q. Marcius Tremulus. Vgl.

nach in tuskanischem Stil erbaut, die Säulen von Tuff, mit Stucküberzug (columnae dealbatae Cic. in Verr. I 145). An diesem Tempel nahm Verres die bei Cicero Verr. I 133 ff. besprochene Restauration vor, die darin bestand, dass die Säulen gerade gestellt wurden (ad perpendiculum exactae). Cic. a. a. O. 145: omnes illae columnae, quas dealbatas (neu abgeputzt) videtis, machina apposita nulla impensa deiectae eisdemque lapidibus repositae sunt. Nach § 154 waren es vier Säulen. Obgleich Cicero glauben machen will, dass die Säulen ganz gerade gestanden hätten, so ist doch als höchst wahrscheinlich anzunehmen, dass es sich hier nicht um einen reinen Vorwand gehandelt hat. Meine am Castortempel im Jahre 1896 vorgenommenen Untersuchungen1) haben gezeigt, dass der Stylobat des Tempels von SO. nach NW. hängt. Eine entsprechende Neigung von SW. nach NO. hat LANCIANI bei der Basilica Julia konstatiert (Ruins and excavations p. 277, oben p. 84). Das zweite Mal wurde er unter der Regierung des Augustus (6 n. Chr.) durch Tiberius wiederhergestellt, der ihn gleich dem Concordientempel unter seinem und seines Bruders Drusus Namen dedizierte (Suet. Tib. 20). Unter Caligula (Suet. Cal. 22) wurde er vorübergehend mit dem Palatium in Verbindung gesetzt. Dass er hinterher noch einmal eine Erneuerung durch Hadrian erfahren hat, ist als sicher anzunehmen. Der Neubau des Tiberius war dem Tempel des Metellus an Grösse gleich. Von letzterem stammt auch die noch erhaltene Gusswerkmasse, von dem des Tiberius ist ein Stück des Mosaikbodens der Cella erhalten, während der darüber gelegte Marmorboden des letzten (hadrianischen) Restaurationsbaus völlig verschwunden ist. Von diesem stehen ausser einem Teile der Bekleidung des Unterbaues noch die drei berühmten korinthischen Säulen mit darüber liegendem Gebälk. Die oben erwähnten Untersuchungen haben ergeben, dass dem Tempel eine breite, wahrscheinlich mit Schiffsschnäbeln geschmückte Bühne vorgelegt war, auf die man durch seitliche Treppen gelangte (Abb. 3). Von der Höhe dieser Bühne führte dann erst eine breite Treppe zum Tempel empor. Offenbar diente dieser Vorbau als Rednerbühne. Es ist anzunehmen, dass auch der Tempel des Metellus schon eine gleiche Vorrichtung hatte. Nicht selten werden Reden erwähnt, die pro aede Castoris gehalten wurden; man nahm früher an, die Redner hätten von der Treppe aus gesprochen, aber das ist an und für sich wenig wahrscheinlich, namentlich aber zeigen die Schilderungen von Unruhen, in denen der Castortempel eine Rolle spielt (vgl. O. RICHTER, Rekonstr. u. Gesch. der Römischen Rednerbühne p. 46 ff.), dass die breite Treppe nicht zum Forum hinabführte, sondern auf eine Plattform, die durch Verrammlung der schmalen Seitentreppen gleich den Rostra in eine Art Festung verwandelt werden konnte (Cicero p. Sest. 34, de domo 54). Auch zu Senatsversammlungen wurde der Tempel benutzt: CIL. I 217 sub aede Castoris; Cic. in Verr. I 129: in aede Castoris ... quo saepe numero senatus convocatur. Noch in ganz später Zeit ist dies der Fall: Vita Maximin. 16, Vita Valeriani 5 (1). Im Castortempel befand sich

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