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Capitolinus. An letztere sind ebenfalls mehrere Kammern angebaut. Die Halle ist 1834 aufgedeckt und in Trümmern gefunden, neuerdings wieder aufgerichtet worden. Wann diese Götterbilder hier zuerst aufgestellt worden sind, ist unbekannt. Die auf dem Architrav befindliche Inschrift (CIL. VI 1, 102) bezeugt eine Restauration der Porticus aus dem Jahre 367 n. Chr. durch Vettius Praetextatus.')

Litteratur: PIALE, Degli antichi tempi di Vespasiano e della Concordia, 1821. GRIFI, Dissertatione circa gli Consenti e loro portico sul clivo Capitolino. 1858. Über die Bedeutung dieser 12 Götter vgl. PRELLER, Röm. Myth. I3, p. 68 ff.

3. Der Saturnstempel (Aedes Saturni). Die erste Gründung dieses Tempels geht der Tradition zufolge in die ältesten Zeiten der Republik zurück (Liv. II 21; Dionys. VI 1; Kalender vom 17. Dezember, Saturnalien). Zur Zeit des Augustus wurde er (42 v. Chr.) von Munatius Plancus neu gebaut (CIL. VI 1, 1316; X 6087; Suet. Aug. 29). Der noch erhaltene Unterbau mit seiner Verkleidung von Travertinquadern gehört aller Wahrscheinlichkeit nach diesem Neubau an. Vom Oberbau, einem jonischen Prostylos Hexastylos, stehen acht Säulen der Vorhalle, darüber das Gebälk mit der Inschrift, die von einer Restauration nach einem Brande spricht (CIL. VI 1, 937: Senatus populusque Romanus incendio consumptum restituit). Diese Restauration muss aus ziemlich später Zeit sein, die Säulen sind ungleich, teils aus grauem, teils aus rotem Granit, bei dreien von den Säulen sind die Trommeln falsch aufeinander gesetzt, auch die Basen sind verschieden. Die sehr eigentümliche Treppe (vgl. den Plan des Forums und das Fragment des kapitolinischen Planes F. U. III, 20) ist jedenfalls durch die Enge des Raumes und durch die Rücksicht auf den um den Tempel sich emporwindenden Clivus Capitolinus bedingt. In dem Tempel befand sich das anfangs unter der Aufsicht der Quästoren, dann unter besonderen praefecti aerarii stehende Aerarium Saturni und ist darin bis zum Untergang des Reiches geblieben. Auch von einer Area Saturni hören wir, die hinter dem Tempel nach Süden zu sich erstreckt haben muss. Man darf annehmen, dass in derselben Richtung weitere, für die Verwaltung des Aerariums notwendige Baulichkeiten sich befanden (CIL. VI 1, 1265). Vermutlich standen auf dieser Area an dem sie begrenzenden Vicus Jugarius die Altäre der Ops und Ceres (Kal. 10. August).

4. Der Carcer. Er lag über dem Forum am Fusse des Kapitols (Liv. I 33: media urbe foro imminens) und bestand aus dem unterirdischen Tullianum, einem alten Brunnenhause, und dem darübergebauten Gefängnis (Varro LL. V 151). Die Anlage desselben ist sehr alt, wenigstens reicht das Brunnenhaus in die älteste Zeit des Steinbaus zurück, das Gewölbe ist durch horizontal geschichtete, überkragende Steinquadern gebildet. 2) Der darüber gebaute Carcer, aus einer Reihe von Kammern be

1) Über Praetextatus vgl. LANCIANI, Ruins and excavations p. 294 f. Er war ein Hauptverteidiger des Heidentums. Sein Palast wurde 1591 auf dem Esquilin beim Bogen des Gallienus entdeckt, seine Gärten nicht weit davon 1817.

2) Hier fanden u. a. Jugurtha und die Catilinarier ihren Tod. Die mittelalterliche Sage macht aus dem Carcer das Gefängnis der Apostel Petrus und Paulus und lässt die Quelle des Tullianums durch des ersteren Wort in wunderbarer Weise entstehen.

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stehend, von denen jetzt nur noch der gerade über dem Tullianum befindliche, mit einem Tonnengewölbe gedeckte Raum zugänglich ist, wurde unter dem (unbestimmbaren) Konsulate des C. Vibius Rufinus und M. Cocceius Nerva restauriert, wie die noch an dem Gebäude befindliche Inschrift (CIL. VI 1. 1539) besagt. Die Gestalt des Oberbaues war, da er zwischen zwei spitzwinkelig sich treffenden Strassen lag, trapezförmig. Eine nicht mehr nachweisbare, von dem höher gelegenen Carcer nach der Strasse herabführende Treppe hiess scalae Gemoniae. Sie wird in der Kaiserzeit öfters als der Platz bezeichnet, auf den die Leichen der Hingerichteten geworfen wurden. Vgl. Tac. ann. III 14,V 9,VI 25; hist. III 74, 85. Im Mittelalter erst taucht für den Carcer der Name Custodia Mamertini auf; am Ausgang desselben wurde das Gefängnis in eine Kirche S. Petri in carcere verwandelt und im 16. Jahrhundert über demselben die Kirche S. Giuseppe dei Falegnami erbaut. In der Nähe des Carcers in lautumiis", also am Nordabhang des Kapitols (vgl. oben p. 41) befand sich ein zweites Gefängnis, das namentlich als Detentionsort für Geiseln etc. diente.

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Abb. 1. Front der Rostra an der Westseite des Forums.

5. Die Rostra. Die ursprüngliche Rednerbühne lag auf der Grenze des Comitiums und des Forums, gegenüber der Curie. Sie war ein hoher und langer Suggestus mit doppelter Front nach dem Comitium und dem Forum zu. Die Zeit ihrer Errichtung ist nicht bekannt. Im Jahre 338 v. Chr. schmückte sie C. Maenius, der Besieger der Antiaten, mit den Schnäbeln der eroberten antiatischen Schiffe, daher ihr Name: Rostra (Varro LL. V 155; Plin. N. H. XXXIV 20; Liv. VIII 14, 12). Die Bühne diente nicht nur zum Reden, sondern auch zur Aufstellung ehrenvoller Denkmäler der Grösse des römischen Volkes. Hier war z. B. das Zwölftafelgesetz aufgestellt, der Bündnisvertrag mit den Latinern, die Columna rostrata des Duilius und zahlreiche Statuen verdienter Männer, wie der Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. III, 3, B 2. Aufl

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in Fidenae im Jahre 438 v. Chr. ermordeten Gesandten (Cicero Phil. IX 2, 4; Liv. IV 17; Plin. N. H. XXXIV 23), des Camillus (Liv. VIII 13; Plin. N. H. XXXIV 23), des Gesandten Octavius (Plin. N. H. XXIV 25), des Sulla (Cicero Phil. IX 6, 13; Dio Cassius XLII 18, XLIII 49; Appian b. c. I 97), des Pompeius (Dio Cassius XLII 18, XLIII 49; Velleius II 61), des Caesar (Velleius II 61). Einen Antrag auf Errichtung einer Bildsäule des Rechtsgelehrten Ser. Sulpicius Rufus stellt Cicero Phil. IX 7, 16 mit den Worten: senatui placere Ser. Sulpicio statuam pedestrem aheneam in rostris ex huius ordinis sententia statui.1) Die Bühne war als Templum inauguriert, daher auch gelegentlich kurzweg so bezeichnet (Liv. II 56, III 17, VIII 14; Cicero de imp. Cn. Pompei 70). In den Strassenkämpfen des letzten Jahrhunderts v. Chr. spielt sie eine wichtige Rolle (vgl. z. B. Cic. Phil. XIV 15). Auf Caesars Veranlassung wurde sie (vgl. p. 55) abgebrochen und zum Teil unter Verwendung des alten Materials an der Westseite des Forums wieder aufgebaut. Jedoch ist diese Verlegung erst nach seinem und, wie man aus negativen Gründen schliessen muss, auch erst nach Ciceros Tode, also frühestens 42 v. Chr., von Antonius ausgeführt worden (Dio Cassius XLIII 49). Die neue Bühne wurde an die Substruktionsmauer angebaut, welche die Area Concordiae und den Clivus Capitolinus gegen die tiefer liegende Area des Forums architektonisch abschloss, und war ein 3 m hoher, 24 m breiter und 10 m tiefer Suggestus, der von der Area Concordiae her erstiegen wurde. Die ausserordentliche Grösse der Bühne erklärt sich daraus, dass auch sie zur Aufstellung von Ehrendenkmälern verdienter Bürger bestimmt war. Zu diesem Zwecke ist sie, wie in der Nähe gefundene Inschriften bezeugen, bis in die spätesten Zeiten des Reiches) benutzt worden, und man muss daher annehmen, dass, wie es vom Capitolium bezeugt ist, auch von ihr von Zeit zu Zeit die älteren Denkmäler entfernt wurden. Die Front der Bühne (Abb. 1) war mit zwei Reihen von Schiffsschnäbeln (im ganzen 39) geschmückt, deren Zapfenlöcher zum Teil noch in den erhaltenen Resten der Mauer erkennbar sind. Unter Hadrian wurde sie prachtvoll restauriert. Erhalten sind von dieser Restauration einige Reste der Bekleidung und zwei Balustraden (Taf. 8). Diese stehen jetzt auf der Area des Forums, wo sie im Jahre 1872 mit Gusswerk überwölbt und verbaut aufgefunden wurden. Die Zugehörigkeit dieser Balustraden zu den Rostra ist von mir Jahrb. des Instituts 1889 p. 1 ff. wahrscheinlich gemacht worden. Sie zierten entweder den Aufgang oder die nördliche und südliche Schmalseite der Bühne. In späterer Zeit, jedenfalls nach Errichtung des Severusbogens, wurden die Rostra umgebaut, indem ihre Tiefe um ein Drittel verringert wurde, und sie einen neuen Aufgang durch eine an ihrer Hinterseite zur Area des Forums hinabführende Treppe erhielten. Zugleich erhielt die Area Concordiae einen neuen, halbrunden, prächtigen Abschluss, der als

1) Ueber die auf und an der Rednerbühne befindlichen Statuen etc., die zum Teil bei Verlegung derselben mit auf die neue Bühne hinüberwanderten, vgl. F. JACOBI, Grundzüge einer Museographie der Stadt Rom

zur Zeit des Kaisers Augustus 1884, p. 52 ff.

2) Bemerkenswert sind namentlich zwei noch jetzt existierende Basen von Statuen des Stilicho CIL. VI 1, 1730. 1731.

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c) Rückseite der Balustraden. Darstellung der Suovetaurilia.
Die Marmorbalustraden von der Rednerbühne auf dem Forum.

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