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dass der Circus von Maxentius zu Ehren seines 309 n. Chr. verstorbenen Sohnes, des Divus Romulus nobilissimae memoriae vir, im Jahre 311 n. Chr. errichtet worden ist (CIL VI 1138). Die Reste des Circus sind ansehnlich. Er war 482 m lang und 79 m breit und fasste etwa 18000 Zuschauer. Der oder einer der auf der Spina des Circus errichteten Obelisken war ursprünglich dem Domitian gewidmet. Er steht jetzt auf Piazza Navona (vgl. p. 363).

8. Die Gräber.

133. In der Darstellung der Römischen Topographie sind mehrfach Gräber behandelt worden, die wie alle Römischen Grabstätten ursprünglich ausserhalb der Stadt lagen, aber durch die fortschreitende Entwicklung in dieselbe einbezogen worden sind. Es sind dies, abgesehen von den auf die erste Phase der Geschichte bezüglichen Gräbern des Romulus, des Faustulus (p. 100), Titus Tatius (p. 206. 207) der Acca Larentia (p. 183), des Numa (p. 271) etc.: 1. Die ältesten Gräber auf dem Esquilin und Quirinal in der Zone zwischen der Vierregionenstadt und dem sogenannten Servianischen Wall, unter diesem und über ihn hinaus (p. 303 ff.). - 2. Die vor den Thoren der ehemaligen Servianischen Mauer liegenden Gräber, z. B. des Bibulus (p. 44 und 260 Anm. 6), des Galba (p. 197), der Sempronii (p. 44 und 284 Anm. 1). — 3. Die auf dem Campus Martius befindlichen Gräber des Sulla, der Julier, des Hirtius und Pansa, des Agrippa etc. (p. 249 f.). 4. Die Kaisergräber: das Mausoleum des Augustus (p. 249 ff.) und des Hadrian (p. 279 ff.), das Flavische auf dem Quirinal (p. 299), das Sepulcrum Domitiorum auf dem Pincio (p. 266). — 5. Einzelne Gräber, wie die des Maecenas und Horaz extremis Esquiliis (p. 305), des C. Sulpicius Platorinus in Trastevere (p. 274) und das sogenannte Grab des Romulus und des Scipio im Vaticanum (p. 280), die Gräber der Ravennates in der Villa Pamfili, die ebendaselbst und sonst in der XIV. Region vorhandenen Kolumbarien (p. 275) u. a. Es erübrigt, die an den grossen Landstrassen und den Thoren der Stadt gelegenen Gräber und Grabstätten in ihren Hauptzügen zusammen zu stellen.

1. Porta Flaminia. Noch innerhalb des Thores, südlich von der Piazza del popolo, sind 1874 zu beiden Seiten des Corso (Via Flaminia), wo heute die Kirchen S. Maria de Miracoli und S. Maria in Montesanto stehen, starke Fundamente von Quadermauern noch aus republikanischer Zeit entdeckt, die wahrscheinlich Gräberanlagen zuzuweisen sind. LANCIANI Form. Urb. 1 bezeichnet das östlich von der Strasse gelegene Fundament als Mausoleum, das westliche als ,La Meta'. Dass in die Türme der Porta Flaminia Grabmonumente eingebaut waren, wurde schon p. 67 Anm. 2 erwähnt. Nach den bei Abbruch derselben gefundenen Inschriften befanden sich hier vor dem Thore u. a. das Grab des L. Nonius Asprenas, des Konsuls des Jahres 29 n. Chr. (Eph. epigr. IV 818, Prosop. Imp. Rom. II p. 410), die Gräber der Gens Gallonia (Eph. epigr. IV 822) aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. u. a. m.

2. Porta Pinciana. Innerhalb des Thores, 5-600 m davon entfernt, ist auf dem Pincio an der Via Salaria vetus im Jahre 1616 ein grosses

marmornes Grabmal aufgedeckt worden. Auf dem Marmorfries las man in grossen Buchstaben die Inschrift Octaviai M. F. Appi. Sie ist, wie das Grab selbst, zerstört und nur abschriftlich bekannt (CIL VI 23330), aber der Fundort steht fest.

3. Porta Salaria. Innerhalb des Thores, zwischen diesem und der Porta Collina, ist in der ehemaligen Villa Buonaparte 1884 und 1885 das Monumentum Calpurniorum aufgedeckt mit Inschriften des C. Calpurnius Crassus Frugi Licinianus, getötet unter Hadrian (Vita Hadr. 5), und anderen Mitgliedern der Familie des Konsuls von 27 n. Chr., M. Licinius Crassus Frugi (Bull. com. 1885 p. 101 ff., Prosop. Imp. Rom. I p. 276). Zwischen der Via Salaria und Pinciana ausserhalb der Aurelianischen Mauer ist eine grosse Nekropole aus der letzten Zeit der Republik und den ersten Zeiten des Kaiserreichs aufgedeckt worden. In der daselbst gelegenen Vigna Nari wurden schon im 18. Jahrhundert die Gräber der Freigelassenen und Sklaven der Vigelii und Octavii (CIL VI 7845-7942) und anderer vornehmer Geschlechter aufgedeckt, eine Grabstätte, die von der Zeit des Augustus bis ins 2. Jahrhundert n. Chr. in Gebrauch war. An derselben Strasse in der Vigna del Cinque fand sich das Columbarium der Freigelassenen der Caninii aus der Zeit des Augustus (CIL VI 7987-7996), weiter ein zeitlich nicht mehr bestimmbares in der Villa Amici (CIL VI 7997—8011). Zahlreiche Inschriften, die in den Vignen vor der Porta Salaria zum Vorschein gekommen sind (CIL VI 2421 ff.), beweisen, dass hier der Begräbnisplatz der Prätorianer war. Zu erwähnen ist auch das hier im Jahre 1885 aufgedeckte grosse Rundgrab des Lucilius. Bei allen weiteren Ausgrabungen in dieser Gegend sind Grabkammern (Columbarien), Urnen und zahlreiche Inschriften gefunden. Namentlich reich war die Ausbeute an Gräberfunden, als hier in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts ein neues vorstädtisches Quartier angelegt wurde. Aus den etwa tausend Inschriften, die bei dieser Gelegenheit zu Tage kamen, ersah man, dass hier Columbarien der Freigelassenen und Sklaven der Antonii, Appulei, Clodii, Cornelii, Fabii, Manutii, Oppii, Sallustii, Sempronii, Terentii, Valerii, Vitruvii und vieler anderen Familien sich befanden. Besonders bemerkenswert war eine Gruppe von Inschriften, die sich auf die Curatores der Tribus Pollia bezog und eine andere der Wagenlenker und sonstiger Angehöriger der Factio prasina (p. 212). Auch später noch, im Jahre 1897, sind in dieser Gegend Reste von Gräbern von Freigelassenen der Livinei, Octavii, Vergilii, ferner von Soldaten der Römischen Garnison und Beamten mannigfacher Art zum Vorschein gekommen. Alle diese Gräber waren nach der Via Salaria orientiert und fast durchgehend in Retikulatbau ausgeführt. Ausgrabungsberichte in den Not. d. scavi 1886-1900 an vielen Stellen. Vgl. Bull. com. 1886 p. 401 ff., 1897 p. 57 ff., 276 ff., 1899 p. 63 ff., 152 ff., 263 ff., Röm. Mitt. 1891 p. 124.

4. Porta Nomentana. In einen der Thortürme ist das an der Via Nomentana gelegene Grabmal des Q. Haterius (CIL VI 1426) eingebaut. Es hatte die Form einer Ara; dieser Haterius ist vielleicht derselbe, der Tac. Ann. I 13 (Suet. Tib. 27) erwähnt wird. Er starb 26 n. Chr. fast neunzigjährig (vgl. Prosop. Imp. Rom. II p. 126). Vor dem Thore sind unter anderen Gräbern die Columbarien der Aelii und Domitii gefunden.

Auch an der zu dem geschlossenen Thor südlich vom Prätorianerlager hinausführenden Strasse ist 1890 ein grosses Grabmal aufgedeckt.

5. Porta Tiburtina. Innerhalb wie ausserhalb des Thores sind grosse Mengen von Gräbern aufgedeckt, u. a. lag hier dicht vor dem Thore das Grab des M. Antonius Asclepiades, des Freigelassenen des Pallas (CIL VI 11965), und der Begräbnisplatz der Freigelassenen der Antonia Drusi (Prosop. Imp. Rom. I p. 106). Weiter hinaus (via Tiburtina intra primum lapidem Plin. Ep. VII 29) hatte der vielgenannte Pallas, der Freigelassene des Claudius, der unter Nero im Jahre 62 n. Chr. seinen Tod fand (Prosop. Imp. Rom. III p. 7 f.), sein Grabmal. Plin. a. a. O. beschreibt die Lage und überliefert die Inschrift: huic senatus ob fidem pietatemque erga patronos ornamenta praetoria decrevit et sestertium centies quinquagies, cuius honore contentus fuit.

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6. Via Praenestina und Labicana. Zur Linken der Via Praenestina, innerhalb der Aurelianischen Mauer, wurde im Jahre 1733 das aus drei Columbarien bestehende Grab der Arruntii aufgefunden, geschmückt mit Bildern und Mosaiken. Es gehörte wahrscheinlich dem L. Arruntius L. f., Konsul 6 n. Chr., mit der Regulierung des Tiber beauftragt 15 n. Chr. (Tac. Ann. I 76), gestorben 37 n. Chr. (Tac. Ann. VI 53, 54). Die darin gefundenen Inschriften siehe CIL VI 5931-5960. Dicht daneben war schon 1731 ein anderes Columbarium aus der Zeit des Augustus entdeckt worden (CIL VI 5887-5930). Neue Funde kamen in derselben Gegend in den Jahren 1871-1877 zum Vorschein, sieben Columbarien aus der Zeit des Augustus (CIL VI 5961-6148). Nahe dem Thore liegt das Grab der Statilii unmittelbar an der Strasse (CIL VI 6213-6594). Dasselbe war bis in die Zeit des Claudius im Gebrauch. Unter diesem Kaiser wurde Statilius Taurus, Konsul 44 n. Chr., durch Agrippina zum Selbstmord gezwungen (Tac. Ann. XII 59), und die Güter der Familie konfisziert. Dazu gehörten die ehemaligen Gärten des Pompeius (vgl. p. 266). Über die Familie der Statilier, denen Rom auch ein Amphitheater verdankte (p. 243), vgl. CIL VI p. 994 f. Daneben befindet sich ein zweites StatilierColumbarium, welches nach MOMMSENS Vermutung (CIL VI p. 1011) angelegt wurde, nachdem der aus dieser Familie stammenden Messalina die väterlichen Güter zurückgegeben waren (CIL VI 6595-6640). Auch andere Columbarien sind hier in der Nähe gefunden worden (CIL VI 6641 bis 6790). Eines von diesen Columbarien war ganz besonders durch die darin befindlichen Wandgemälde (jetzt in den Diokletiansthermen, Saal XIII) ausgezeichnet. Sie stammen aus dem Ende der Republik oder dem Anfang der Kaiserzeit, und bilden einen Cyklus, der sich auf die Sagen von der Gründung der drei Städte Lavinium, Alba longa und Rom bezieht.1) Der Plan des ganzen Gräberkomplexes bei der Porta Praenestina befindet sich im CIL VI p. 982.2) Vor dem Thore, in dem

1) Vgl. HELBIG, Führer II2 p. 257 ff. Röm. Mitt. 1899 p. 216.

2) Wie in dieser Gegend die Schichten übereinander liegen, sieht man aus dem Bericht Not. d. scavi 1880 p. 30. Nicht weit

von dem Statiliergrab fand man Gräber aus republikanischer Zeit, darüber andere aus dem 1.‍ Jahrh. n. Chr., das ganze war dann von Mauern, Kanälen und Substruktionen aus dem 3. Jahrhundert durchschnitten.

Scheitelpunkte der beiden Strassen, der Labicana und Praenestina, steht das sowohl durch die Form (ein Backofen) als auch durch die Reliefs bemerkenswerte Grab des Bäckers Eurysaces (Taf. 16, 1). Es stammt aus der letzten Zeit der Republik (CIL VI 1958). Auch ausserhalb des Thores hat man Columbarienfunde gemacht (CIL VI 6791-6814). Drei Miglien vor der Porta Praenestina ist im Jahre 1848 an der Via Labicana eine Anzahl von Skulpturen gefunden, die aus einem Grabe stammten, das nach zwei an derselben Stelle gefundenen Inschriften einem Zweige der Haterier gehörte. Von den Reliefs hat namentlich das auf p. 172 Abb. 17 abgedruckte, einen Teil der Gebäude der Sacra via darstellende, Bedeutung für die Topographie. Die Reliefs stammen aus dem 2. Jahrh. n. Chr. Vgl. HELBIG, Führer I2 p. 462. Weiter hinaus am 5. Meilenstein der Via Labicana war der Kaiser Didius Julianus bestattet, nach der Vita 8: corpus eius a Severo uxori Manliae Scantillae ac filiae ad sepulturam est redditum et in proavi monumenta translatum miliario quinto via Labicana (vgl. p. 280).

7. Via Appia und Latina. Von Niederlassungen und Anbau war an der Via Appia Jahrhunderte lang keine Rede, dagegen haben schon früh die grossen Toten der edelsten Römischen Geschlechter hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Cicero nennt in einer berühmten Stelle (Tuscul. I 7, 13) den Calatinus, die Scipionen, Servilier und Meteller, die hier bestattet seien. Weniges ist erhalten, von allen Grabstätten ist die älteste die der Scipionen. Zwei dazu gehörige Inschriften wurden am Anfang des 17. Jahrhunderts gefunden, 1780 ist das Grab selbst entdeckt worden. Es besteht aus zwei übereinanderliegenden Teilen, von denen der obere zu Grunde gegangen ist. Der untere ist durch eingezogene moderne Pfeiler verunstaltet, existiert aber noch zum grössten Teil. Der noch erhaltene, von einem unregelmässigen Bogen gebildete Eingang war nicht nach der Via Appia, sondern nach einer Querstrasse zwischen dieser und der Via Latina gelegen. In dem Grabe fand man eine Anzahl von Sarkophagen, von denen der merkwürdigste der aus einem Steine (Peperin) gehauene des Scipio Barbatus ist (der grosse Africanus war hier nicht begraben). Die auf den Sarkophagen befindlichen Inschriften, ehrwürdige Denkmäler der ältesten Römischen Litteratur (CIL I 29-39), befinden sich jetzt im Vatikan. Sie bestätigen u. a. die Nachricht Ciceros (de legg. II 22, 57), dass von den Leichen der patrizischen Cornelier vor Sulla keine verbrannt sei. Nach Liv. XXXVIII 56 befanden sich in diesem Grabmal auch drei Statuen, die des P. und L. Scipio und des Dichters Ennius. Man fand in demselben ausser den Sarkophagen mehrere Köpfe von Statuen und einen Ring. Bei der Aufdeckung des Grabmales ist in ruchloser Weise verfahren worden. MOMMSEN, der den vollständigen Bericht darüber, wie über alles Hierhergehörige (CIL I p. 11 ff.) bringt, sagt sarcophagis suis Scipiones extractos, cineres sparsos, titulos arcasque museo Vaticano illata esse notum est.

An der Via Appia soll auch die Grabstätte des Septimius Severus und der Seinen gelegen haben. In der Vita Getae 7 heisst es von diesem: illatusque est maiorum sepulcro, hoc est Severi, quod est in Appia via euntibus ad portam dextra specie Septizodii exstructum, quod sibi

Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. III, 3, B. 2. Aufl.

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ille vivus ornaverat. Indessen ist gegenüber den bestimmten Nachrichten, dass Severus und seine Söhne im Mausoleum Hadriani beigesetzt worden sind, nicht zu bezweifeln, dass hier ein Irrtum vorliegt, der auf der Vorstellung beruht, dass das an der Südostecke des Palatins gelegene Septizonium (p. 158) zum Grabmal der Familie bestimmt gewesen sei.1)

Aus späterer Zeit stammt eine Anzahl von teilweise durch Malereien und Stuck verzierten Columbarien. 1. In der Vigna Codini innerhalb der Porta Appia mehrere Columbarien mit reicher Inschriftenausbeute CIL VI 4418-5538. 5679-5886 (Abb. 31). Sie stammen aus dem ersten Jahr

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hundert n. Chr. und gehören zum Teil der „familia" des kaiserlichen Hauses an, darunter ein 1847 aufgedecktes Monumentum der Marcella, der Nichte des Augustus. Dazu kommt ein an der Porta Latina im Jahre 1831 aufgedecktes Columbarium, ebenfalls aus dem Anfange des 1. Jahrh. n. Chr. CIL VI 5539-5678. 2. Ausserhalb der Mauer, an der linken Seite der Via Appia zwischen dem ersten und zweiten Meilenstein, lag das 1726 aufgedeckte Columbarium der Freigelassenen und Sklaven der Livia, der Gemahlin des Augustus, CIL VI 3926-4326. 3. Columbarien haben sich hier überall in der Gegend längs der Via Appia und Latina und zwischen

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1) Vgl. HIRSCHFELD, Die kaiserlichen Grabstätten in Rom. Sitzungsbericht der Akad. d. Wiss. zu Berlin 1886 p. 1161 f.

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