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von denen Plin. Epp. IV 2, 5 sagt: tenet se trans Tiberim in hortis, in quibus latissimum solum porticibus immensis, ripam statuis suis occupavit.

103. Kaiserliche Anlagen. 1. Im Süden der Region, in der Nähe des ersten Meilensteines der Via Campana, lagen, wie schon oben erwähnt, die Horti Caesaris, innerhalb deren der Tempel der Fors Fortuna lag (vgl. p. 271). Abgesehen davon, dass sie in Bezug auf die Lage dieses Tempels öfters erwähnt werden, sind sie namentlich dadurch berühmt geworden, dass sie Caesar in seinem Testamente dem Volke zum Eigentum überliess (Dio Cass. XLIV 35, Cicero Phil. II 42, 109, Sueton Caes. 83). Von den Gärten ist später nicht mehr die Rede; durch inschriftliche Funde ist festgestellt worden, dass sich in ihnen Kultusstätten orientalischer Lichtgötter befanden. 1) Daneben lagen die Gärten des Antonius, CIL VI 1990, 1991; vgl. Dio Cass. XLVII 40.

2. Nicht zu verwechseln mit den Horti Caesaris ist das Nemus Caesarum, das Augustus zugleich mit seiner Naumachie anlegte (vgl. p. 259). Es heisst Mon. Ancyr. IV 43: navalis proeli spectaculum populo dedi trans Tiberim, in quo loco nunc nemus est Caesarum, cavato solo 2) in longitudinem mille et octingentos pedes, in latitudinem mille et ducenti. Dieser Hain wird von Sueton Tib. 72 erwähnt. Er erzählt, Tiberius sei den Tiber hinaufgefahren usque ad proximos naumachiae hortos. Von demselben spricht auch Tacitus Ann. XIV 15 aus Neros Zeit: exstructaque apud nemus, quod navali stagno circumposuit Augustus, conventicula et cauponae et posita veno irritamenta luxui.3) Die Naumachie (vgl. Tac. Ann. XII 56) erstreckte sich von S. Cosimato über S. Francesco a Ripa zum Janiculum, eine grosse Ellipse von 532,80 zu 355,20 m (1800 zu 1200 Fuss). Bartoli Mem. 59 berichtet über einen Fund von dem Paviment, das zu ihr gehörte; auf demselben war ein ungeheurer Neptun, 14 Fuss gross, dargestellt. Im Jahre 1873 ist in derselben Gegend beim Bau eines Hauses wieder ein Teil des Pavimentes in einer Tiefe von 8 m gefunden worden. Die Präzinktionen der Naumachie waren von Travertin; auch hiervon sind einige Reste, ferner Büsten und Reliefs gefunden worden (Bartoli Mem.. 60, 61). Zur Speisung dieser Naumachie legte Augustus die Aqua Alsietina, auch Augusta genannt, an. Sie kam aus dem Lacus Alsietinus (p. 28) vom 15. Meilensteine der Via Claudia, ihr Wasser war schlecht und wurde nur im Notfall zum Trinken benutzt, dagegen diente es zur Bewässerung der Gärten etc. (Frontin. 11). Unter Nero (Sueton Nero 12; Dio Cass. LXI 20) und Titus (Dio Cass. LXVI 25) wurde die Naumachie noch benutzt. Sueton. Tit. 7 spricht von ihr schon als von der veteri naumachia, Statius Silv. IV 4, 7 (geschrieben 95 n. Chr.) erwähnt sie noch. Später scheint sie verfallen zu sein, zur Zeit des Alexander Severus gab es nur noch Spuren von ihr (Dio Cass. LV 10). Bei Plin. XVI 190 und 200 wird ein Pons naumachiarius erwähnt, der unter Tiberius abbrannte, und zu dessen Wiederherstellung Lärchenbäume aus Rätien herbeigeschafft wurden, worunter sich ein

1) Vgl. BORSARI, Del gruppo di edifizi sacri al Sole nell' area degli orti di Cesare, Bull. com. 1887 p. 90 ff.

2) Fast genau derselben Worte bedient

sich Sueton Aug. 43: item navale proelium, circa Tiberim cavato solo, in quo nunc Caesarum nemus est.

3) Vgl. Röm. Mitt. 1889 p. 289.

Balken von 120 Fuss Länge und 2 Fuss Dicke befand, nach Plinius der längste Balken, der jemals in Rom gesehen wurde, noch 20 Fuss länger als der Balken vom Dach des Diribitoriums (vgl. p. 233). Tiberius liess ihn auf dem Pons naumachiarius ausstellen, und er blieb da bis zu Neros Zeit. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Pons die sehr grosse und nicht zu übersehende Naumachie überbrückte. Domitian baute eine neue Naumachie, die indessen wieder eingerissen wurde (Dio Cass. LXVII 8, Suet. Dom. 5); mit dem Material wurde der durch Brand beschädigte Circus Maximus wieder aufgebaut (vgl. p. 176); ihre Lage ist ebenso wenig wie die der von Philippus Arabs zur Feier des tausendjährigen Bestehens der Stadt angelegten (Aurel. Vict. Caes. 28 exstructo trans Tiberim lacu) genau zu bestimmen. Die Regionsbeschreibung zählt fünf Naumachien, zwei davon sind jedenfalls nicht einmal dem Namen nach bekannt. Im Mittelalter hiess die Gegend zwischen S. Pietro und der Engelsburg Regio naumachiae (Acta S. Sebastiani p. 640, vgl. JORDAN, Top. II, p. 328, 430) wonach sich die Lage einer oder mehrerer der Naumachien wenigstens annähernd bestimmt.

3. An der Stelle, wo heute S. Pietro in Vaticano liegt, befanden sich im Anfang des ersten Jahrhunderts n. Chr. die Gärten der Agrippina. Sie reichten bis zum Flusse und waren dort durch eine Portikus abgeschlossen (Seneca de ira III 18 heisst es von Caligula: in xysto maternorum hortorum, qui porticum a ripa separat). Direkt auf sie zu führte vom Marsfelde der Pons Neronianus (vgl. p. 68); er ist im Zusammenhang mit den Anlagen im Vatikanischen Gebiet entstanden. Von Agrippina gingen diese Gärten in den Besitz des Gaius Caligula, ihres Sohnes, über; dieser baute in ihnen einen Circus (Dio Cass. LIX 14, Sueton Cal. 54) und errichtete auf der Spina desselben den berühmten Obelisken aus Heliopolis, der jetzt vor S. Pietro steht.1) Von Claudius heisst es Suet. 21: circenses frequenter etiam in Vaticano commisit, Nero aber liebte ihn ganz besonders, er übte sich hier zuerst allein und zeigte dann seine Künste vor dem Volke (Suet. Nero 22, Tac. Ann. XIV 14). Es ist dies auch der Circus, der durch die Martern der Christen (Tac. Ann. XV 44) eine schauerliche Berühmtheit erlangt hat. Plinius N. H. XXXVI 74 nennt ihn Circus Gai et Neronis, im Mittelalter heisst er Palatium Neronis. Die alte Basilica S. Petri war mit ihrer Südseite auf seine Nordseite aufgesetzt. Prokop Goth. II 1 erzählt, dass der Neronische Circus im Jahre 537 gänzlich von Häusern und engen Gässchen eingebaut war. Für gewöhnlich identifiziert man mit diesem Circus das Gaianum der Regionsbeschreibung (ein Taïavóv nennt auch Dio Cass. LIX 14). Indessen nimmt LANCIANI (Bull. com. 1896 p. 248) wohl nicht mit Unrecht daran Anstoss, dass damals die Nordseite des Circus schon zum Fundament der Basilika von S. Peter geworden, also der Circus selbst nicht mehr als solcher existierte. Dazu kommt, dass später der Name Gaianum dem sogenannten Circus des Hadrian in den Prati di Castello, nördlich vom Mausoleum des Hadrian, beigelegt wird (p. 281). Die Sache ist also soweit dunkel, dass man

1) Vgl. Anhang I die Obelisken.

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nicht für sicher annehmen darf, dass Gaianum gleichbedeutend mit Circus Gai ist. Nicht weit von dem Circus des Caligula ist eine Anzahl von Inschriften gefunden, die sich auf Taurobolien beziehen (CIL VI 497-504, 512); sie sind sämtlich datierbar und reichen von 305-390 n. Chr. Hier war also eine Hauptstätte des Dienstes und ein Tempel der Magna Mater. In der Regionsbeschreibung wird er unter dem Namen Frigianum (Phrygianum) neben dem Gaianum erwähnt. Die Berühmtheit dieser Kultstätte phrygischer Gottheiten ergiebt sich daraus, dass in einer in Lyon gefundenen Inschrift aus dem Jahre 160 n. Chr. (Orelli 2322) dort die Stätte gleicher Kulte Vaticanum genannt wurde.

4. Nero verband mit den Gärten seiner Mutter Agrippina die, wie es scheint, unmittelbar daranstossenden Gärten der Domitia, der Schwester

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seines Vaters. Sie blieben seitdem kaiserliches Besitztum, und Aurelian z. B. wohnte mit Vorliebe hier (Vita 49: magis placebat in hortis Sallusti vel in Domitiae vivere). Die Lage der Gärten der Domitia ist im allgemeinen dadurch bestimmt, dass das Mausoleum des Hadrian darin lag. In der Vita Antonini Pii 5 heisst es von ihnen: Hadriano apud Baias mortuo reliquias eius Romam pervexit sancte ac reverenter atque in hortis Domitiae collocavit. Nähere Bestimmungen ihrer Ausdehnung haben sich bei den Fundamentierungsarbeiten für den in den ehemaligen Prati di Castello errichteten Justizpalast ergeben. Die Grenzlinie der Horti Domitiae liegt etwa in der Achse des neuen Gebäudes. Von hier aus westlich haben sich grossartige Anlagen in Retikulatwerk und Reste kostbarer Marmorarten gefunden, während nach Osten zu die Spuren schlechter Bauten aus späterer Zeit zum Vorschein gekommen sind. Bemerkenswert

für den Charakter der Gegend ist, dass auf dem Terrain der Prati di Castello sich keine Reste von städtischer Bebauung (Strassen, Mietshäuser, Kloaken) gefunden haben.')

5. In den Gärten der Domitia errichtete Hadrian sein berühmtes Mausoleum, die Moles Hadriani (Vita Hadr. 19 vgl. p. 251). Es bestand aus einem mächtigen quadratischen Unterbau von 84 m Seite und einem sich darüber erhebenden cylindrischen Hauptbau von 64 m Durchmesser, in dem sich die Grabkammer befand. Dieser Bau wurde durch eine hohe Basis mit der Kolossalstatue des Hadrian, vermutlich auf einer Quadriga (vgl. Abb. 29), abgeschlossen. Die früher namentlich durch die Rekonstruktion von Canina verbreitete Annahme, dass auf dem erhaltenen Rundbau noch ein zweiter Rundbau von kleinerem Durchmesser gestanden hätte, ist durch die verdienstvollen Untersuchungen BORGATTIS jetzt widerlegt.) Über die Architektur des jetzt ganz verbauten quadra

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Abb. 30. Reste von der Bekleidung des Unterbaus der Moles Hadriani.

tischen Unterbaus sind wir durch Zeichnungen des 15. und 16. Jahrhunderts gut unterrichtet (vgl. Abb. 30). Der Rundbau, dem ebenfalls die äussere Architektur völlig fehlt, war wahrscheinlich durch Pilaster, wenn nicht durch Säulen gegliedert, auf denen oberhalb des Simses Statuen standen. Ähnlich war die Bekleidung des Sockels, der die bekrönende Quadriga trug. Ein zusammen mit einem Kolossalkopf des Antoninus Pius im Castel S. Angelo gefundener Kolossalkopf Hadrians, jetzt befindlich in der Rotunde des Vatikans (HELBIG 12 Nr. 305), hat sicher, wie auch ersterer, zum Schmucke des Mausoleums gehört. Hadrian begann den Bau sechs Jahre vor seinem Tode, aber erst Antoninus Pius vollendete ihn im Jahre 139 und brachte die Leiche Hadrians, die vor

1) Vgl. LANCIANI, Bull. com. 1889 p. 173 ff., der zugleich über den Fund zweier antiker Sarkophage berichtet. Ueber einen weiteren Sarkophagfund wird berichtet Bull. com. 1889 p. 445. Die Gräberfunde in dieser Gegend zeigen, dass diese Gegend schon

ausserhalb der Regionsgrenzen lag. Vgl. BORSARI, Bull. com. 1890 p. 8 ff.

2) BORGATTI, Castel S. Angelo in Roma, Storia e descrizione, Roma 1890, mit reichem Illustrationsmaterial, Not. d. scavi 1892 p. 422 ff., Bull. com. 1893 p. 22 ff.

läufig in Ciceros Puteolanum beigesetzt worden war, hierher (Vita Anton. Pii 6). Derselbe barg darin auch die Leichen der schon vor Hadrian gestorbenen Sabina und des Aelius Caesar. Die das Andenken des Hadrian und der Sabina verewigende Inschrift war über dem Eingang angebracht, die übrigen an der Aussenwand (CIL VI 984-995).1) In diesem Mausoleum sind von Hadrian an vermutlich alle Kaiser und Mitglieder der kaiserlichen Familien bis auf Septimius Severus und seine Söhne bestattet worden. Von Severus bezeugt es Dio Cass. LXXVI 15, von Caracalla die Vita Macrini 5: corpus Antonini Romam remisit sepulchris maiorum inferendum, und Dio Cass. LXXVIII 9, von Geta Dio Cass. LXXVIII 24. Nur Didius Julianus (Vita c. 8) ist in dem Grabmal des Salvius Julianus, seines Grossvaters, an der Via Labicana beigesetzt. 2) Durch seine günstige Lage und den Anschluss an die Aurelianische Mauer (vgl. p. 72) wurde das Mausoleum schliesslich Hauptfestung der Stadt. Im Jahre 537 n. Chr. versuchten die Goten unter Vitiges es zu stürmen, aber die Belagerten trieben sie zurück, indem sie die Statuen des Denkmals auf sie hinabstürzten. Eine zweite Belagerung machte es im Jahre 546 durch, damals musste es Narses dem Totila übergeben. Als im Jahre 590 eine Pest in Rom wütete, soll Papst Gregor dem Grossen bei einer Prozession der Erzengel Michael, sein Schwert in die Scheide steckend, über dem Mausoleum erschienen sein. Bonifatius IV. (608-615) errichtete zum Andenken daran auf der Höhe desselben eine Kapelle des heil. Michael (S. Angelo inter nubes); später trat an ihre Stelle die Statue des Erzengels; seitdem heisst das Mausoleum Castel S. Angelo (Engelsburg). Vielfach umgebaut ist das riesige Grabmal, wenn auch allen Schmuckes entblösst, im Innern und Äussern doch noch in seinen Grundzügen erhalten.

6. Dass in der Nähe des Mausoleums noch andere Grabmäler standen, sieht man aus der u. a. von L. Faunus, Ant. di Roma V 12 erhaltenen Nachricht, dass zwischen S. Pietro und Engelsburg eine grosse Pyramide stand, die Alexander VI. (1492-1503) behufs Regulierung und Verschönerung des Weges abgerissen hat. Das Mittelalter machte sie teils zu einem Grabmal des Romulus, teils zu dem des Scipio Africanus (Jord. II p. 405). Diese Pyramide des Romulus findet sich namentlich häufig abgebildet teils auf Stadtbildern, teils auf Darstellungen der Kreuzigung des h. Petrus. Nicht minder bekannt oder seltener dargestellt ist ein zweites Grabmal in Form eines Obelisken, im Mittelalter Obeliscus Neronis genannt, das nicht weit davon lag und jetzt ebenfalls verschwunden ist. Nach den Funden und Fundnotizen scheinen sowohl an der Strasse, die vom Pons Aelius in direkt westlicher Richtung den Borgo durchlief (Via Cornelia ?), als auch an der von ihr nach Nordwesten sich abzweigenden und den Monte Mario emporführenden antiken Strasse, die mindestens seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. (Regionsbeschreibung) den Namen Via triumphalis führte, zahlreiche Grabmäler gestanden zu

1) Vgl. Abb. 29 und Röm. Mitt. 1891

P. 142.

2) Näheres siehe bei O. Hirschfeld,

Die kaiserlichen Grabstätten in Rom, Sitzungsberichte der Berliner Akad. 1886, p. 1149 ff.

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