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es zu seiner Zeit schon zerstört, denn er sagt N. H. XVI 201: fuit memoria nostra et in porticibus Saeptorum (trabs e larice) a M. Agrippa relicta, aeque miraculi causa, quae Diribitorio superfuerat (100 Fuss lang). Agrippa scheint hier also den Versuch gemacht zu haben, einen Raum, wie er sonst wegen seiner Grösse nicht eingedeckt zu werden pflegte, mit einem Dache zu versehen. Dio Cass. LV 8 nennt es oixos méɣiotos τŒν лÓлоTε μίαν ὀροφὴν σχόντων. Das ungeheure Dach, das offenbar einen einzigen Raum überspannend ohne innere Stützen sich hielt, bestand noch zur Zeit Caligulas, der nach Dio Cass. LIX 7 bei allzu grosser Hitze, also des Daches wegen, das Diribitorium als Theater benutzte. Das Dach stürzte ein und konnte nicht wieder aufgebaut werden, man liess aber das Gebäude ohne Dach weiter bestehen. Unter Titus brannte es ab und man würde aus der mangelnden Verwendbarkeit des Gebäudes zu seinem ursprünglichen Zweck, sowie daraus, dass es in dem Verzeichnis der von Hadrian hergestellten Bauten des Agrippa fehlt, unzweifelhaft schliessen, dass es nicht wieder aufgebaut wurde, wenn nicht Dio Cass. LV 8 von ihm wie von einem noch existierenden spräche. Er sagt: v de oixos μέγιστος τῶν πώποτε μίαν ὀροφὴν σχόντων· νῦν γὰρ δή, πάσης τῆς στέγης αὐτοῦ καθαιρεθείσης, ὅτι οὐκ ἠδυνήθη αὖθις συστῆναι, ἀχανής ἐστιν (ist es offen). - Auch über die Gestalt wissen wir nichts, nicht einmal, ob es rechteckig oder rund (mit einem Zeltdach von hundertfüssigen Balken?) war; auf letzteres liesse etwa die Notiz über Caligula schliessen.1)

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81. Das Pantheon. 1. Geschichte. Das Pantheon wurde von Agrippa erbaut und in seinem dritten Konsulate, 27 v. Chr., geweiht. Über den Bau und die Bedeutung des Namens berichtet Dio Cass. LIII 27: tó tɛ Πάνθειον ὠνομασμένον ἐξετέλεσεν· προςαγορεύεται δὲ οὕτω τάχα μὲν ὅτι πολλῶν θεῶν εἰκόνας ἐν τοῖς ἀγάλμασι, τῷ τε τοῦ ̓Αρεος καὶ τῷ τῆς ̓Αφροδί της, ἔλαβεν, ὡς δ ̓ ἐγώ νομίζω, ὅτι θολοειδὲς ὂν τῷ οὐρανῷ προςέοικεν. ἐβουλήθη μὲν οὖν ὁ ̓Αγρίππας καὶ τὸν Αὔγουστον ἐνταῦθα ἱδρύσαι, τήν τε τοῦ ἔργου ἐπίκλησιν αὐτῷ δοῦναι· μὴ δεξαμένου δὲ αὐτοῦ μηδέτερον ἐκεῖ μὲν τοῦ προτέρου Καίσαρος, ἐν δὲ τῷ προνάῳ τοῦ τε Αὐγούστου καὶ ἑαυτοῦ ἀνδριάντας ἔστησεν. Danach befanden sich in dem Tempel ausser anderen Götterstatuen die des Divus Julius, des Mars und der Venus (welche nach Macrob. III 17, 18 mit einer Perle der Kleopatra geschmückt war), in der Vorhalle die des Augustus und des Agrippa. Über die anderen hier aufgestellten Götterbilder steht nichts fest, doch war der Tempel ohne Zweifel der Verherrlichung des julischen Geschlechtes gewidmet, und der hier versammelte Götterkreis wohl diesem Zwecke entsprechend gestaltet. Über künstlerische Ausschmückung des Baus berichtet Plin. N. H. XXXVI 38: Agrippae Pantheum decoravit Diogenes Atheniensis, in columnis templi eius Caryatides probantur inter pauca operum, sicut in fastigio posita signa, sed propter altitudinem loci minus celebrata. Die Ansicht, dass die im Braccio nuovo befindliche Karyatide, sowie eine früher im P. Giustiniani, jetzt in Kopenhagen befindliche jener ganz ähnliche aus dem Pantheon

') Ueber das Weiterleben des Namens im Mittelalter vgl. HÜLSEN (Bull. com. 1893 p. 23 ff), der daselbst auch die Meinung vertritt,

das Diribitorium sei kein besonderer Bau, sondern das obere Stockwerk der Saepta Julia gewesen.

stamme, ist verfehlt.

Einmal ist der Kunstwert dieser Bildwerke nicht gross genug, um Plinius' Bewunderung zu erklären, andererseits haben die von Plinius erwähnten schwerlich die Brände unter Titus und Trajan überstanden. Vgl. HELBIG, Führer I2 p. 2. Von der weiteren Geschichte des Pantheons wird überliefert, dass es im Brande unter Titus zerstört (Dio Cass. LXVI 24) und von Domitian wieder hergestellt wurde (Chron. v. 354). Zum zweitenmale zerstörte es der Blitz unter Trajan (Oros. 7, 12: Pantheon Romae fulmine concrematum, bei Hieron. 164 submersum); die Herstellung erfolgte durch Hadrian. Nach Dio Cass. LXIX 7 sprach dieser im Pantheon gelegentlich Recht. Die letzte Restauration, von der wir wissen, ist die unter Septimius Severus im Jahre 202. Auf dem Architrav der Vorhalle unter der Inschrift des Agrippa (CIL VI 896

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M. Agrippa L. f. consul tertium fecit) steht in kleinen schwer leslichen Lettern die diese Restauration meldende Inschrift (Pantheum vetustate corruptum cum omni cultu restituerunt). Erwähnt wird es auch in der begeisterten Schilderung Roms bei Ammianus XVI 10, 14 mit den Worten: Pantheum velut regionem teretem speciosa celsitudine fornicatam. -- Im Pantheon versammelten sich am 12. Jan. des Jahres 59 v. Chr. die Arvalbrüder. Vgl. CIL VI 2041.

2. Das Gebäude. Das Pantheon ist noch erhalten. Es besteht, wie der Plan (Abb. 23) zeigt, aus drei Teilen. Diese sind: 1. Die mit einer kassettierten halbkugligen Kuppel überdachte Rotunde, die durch 7 Nischen gegliedert ist, zu denen als achte der Eingang hinzukommt. Die diesem gegenüber liegende Hauptnische, sowie die mittleren rechts und links vom Eingang sind halbrund, die anderen rechteckig. Das sie abschliessende Gebälk wird von korinthischen

Säulen getragen. Die Rotunde empfängt ihr Licht durch eine einzige in dem Scheitel der Kuppel angebrachte kreisrunde Öffnung (vgl. Taf. 14). 2. Der Vorbau, in welchem sich zwei nach aussen öffnende Nischen befinden, und 3. Eine auf 16 Granitsäulen ruhende Vorhalle mit den oben erwähnten Inschriften am Architrav. Der Vorbau hängt organisch mit der Rotunde zusammen, er ist mit dieser gleichzeitig in Ziegelbau aufgeführt. Die säulengetragene Vorhalle dagegen ist ohne organische Verbindung und ohne Rücksicht auf die Architektur der Rotunde und des Vorbaus vor diesen gesetzt, ihr Gebälk schneidet mitten zwischen die Gesimse des Hauptbaus hinein und läuft sich an der

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Mauer der Rotunde tot (Abb. 24). Da die Rotunde mit dem Vorbau allein ohne die Vorhalle zu keiner Zeit bestanden haben dürfte, so ist die wahrscheinlichste Annahme, dass die Zufügung der Portikus während des Baus beschlossen und nachträglich ausgeführt worden ist. Masse des Gebäudes: der innere Durchmesser der Rotunde beträgt 43,50 m, also annähernd 150 Fuss röm. (44,40 m). Ebensoviel beträgt die Höhe bis zu der etwa 9 m (30 röm. Fuss) im Durchmesser betragenden Lichtöffnung der

Abb. 24. Vorhalle des Pantheons.

halbkugligen Kuppel, die Höhe des Tambours ist gleich der Höhe der Kuppel, also 75 röm. Fuss. Die Dicke der Mauern beträgt 6,20 m (= 21 röm. Fuss). Der Vorbau hat eine Tiefe von 7,40 m (= 25 röm. Fuss), die Vorhalle von 13,60 m (= 46 röm. Fuss). Ihre Breite beträgt 34 m (= 114 röm. Fuss). Die Höhe der Granitsäulen ist 12,5 m (= 42 röm. Fuss).

Durch die von dem Franzosen CHEDANNE angeregten, von der italienischen Regierung in den Jahren 1892 und 1893 unternommenen Nachforschungen und Ausgrabungen haben sich folgende wichtige Resultate

für die Baugeschichte des Pantheons ergeben: 1. Für die Kenntnis der Konstruktion der Kuppel war bis jetzt massgebend PIRANESI, Raccolta di tempi antichi II; das von ihm überlieferte System von Entlastungsbogen, Rippen und Strebebogen in der Kuppel stand aber im Widerspruch mit einer Zeichnung A. da Sangallos des Jüngeren in den Uffizien zu Florenz (Nr. 78), die über den Entlastungsbogen der Einbettung der Kuppel anstatt der bei PIRANESI Von da an bis zu der runden Lichtöffnung aufsteigenden Strebebogen etc. horizontal gelagerte, in gewissen Abständen sich wiederholende Schichten von grossen zweifüssigen Ziegeln zeigt. Die neuesten Untersuchungen, die völlige Gewissheit über den Bau des Tambours und der Kuppel bis in die Mitte der zweiten Kassettenreihe gebracht haben, bestätigen PIRANESIS Angaben nur zum Teil, stehen aber im Einklang mit der Zeichnung Sangallos. Über die Konstruktion des oberen Teiles der Kuppel sind wir nach wie vor im Dunkeln.1) Die Untersuchungen an der Attika haben auch die Konstruktion der über den Nischen befindlichen Hohlräume klargelegt. Danach sind diese auch vor der gänzlichen Vermauerung stets geschlossen gewesen, vermutlich durch Gitter. 2). 2. Die Untersuchung der in dem Bau zum Vorschein gekommenen Ziegelstempel hat ergeben, dass der ganze Bau, Rotunde nebst Vorbau, nicht von Agrippa, sondern von Hadrian stammt. Die betreffenden Stempel (Sammlung u. a. Röm. Mitt. 1893 p. 312 ff., CIL XV 276. 362. 811 b. c. 1406. 1406. 649 u. a.) sind solchen Stellen entnommen, bei denen an eine nachträgliche Einfügung zum Zwecke der Restauration nicht zu denken ist, den Entlastungsbögen über dem Nischengebälk und im Kuppelansatz, und in den unteren Teilen des Tambours. Das Vorhandensein hadrianischer Stempel im Pantheon war schon PIRANESI und FEA bekannt, man legte aber kein hinreichendes Gewicht auf diese mit der Tradition und mit der Inschrift in Widerspruch stehende Beobachtung. Auch DRESSEL, der die Ziegelinschriften des Pantheon gesammelt hat (Bull. d. Inst. 1885 p. 89. CIL XV p. 9), drang mit seiner bestimmt ausgesprochenen Ansicht: muros huius aedificii nec primos esse nec aetate Agrippae exstructos, sed saeculo altero refectos vel certe novo opere latericio inductos nicht durch. Der erste, der ohne Umschweif (1890) die Ansicht aussprach, dass die ganze Rotunde ein hadrianischer Neubau sei, war der österreichische Architekt H. DELL. Jetzt, nach der gründlichen Untersuchung des ganzen Gebäudes, ist an dem Faktum nicht mehr zu zweifeln. Übrigens sind auch die Mauern, die die Verbindung des Pantheons mit den südlich davon gelegenen Thermen des Agrippa vermitteln, aus hadrianischer Zeit. 3. Die an das neue Ergebnis sich naturgemäss anschliessende Frage nach dem Bau des Agrippa veranlasste die italienische Regierung zu Nachforschungen unter dem Boden der Rotunde. Es ergab sich, dass in einer Tiefe von 2,15 m unter dem jetzigen Fussboden ein

1) Einen auf die Zeichnung Sangallos gestützten Vorschlag macht HÜLSEN, Röm. Mitt. 1893 p. 309.

2) Die Unhaltbarkeit der geistreichen Vermutung ADLERS (Das Pantheon zu Rom. Winckelmannsprogramm Berlin 1871), dass

die Nischen offen gewesen seien und über den Säulen die von Plinius a. a. O. als in columnis templi befindlichen Karyatiden gestanden hätten, ist damit, wenigstens für den jetzt noch existierenden Bau, widerlegt.

zweiter Fussboden liegt, von dessen Marmorbekleidung sich nicht nur die Einbettungen in dem aus Tuff brocken und Kalk hergestellten 0,27-0,30 m (= 1 röm. Fuss) starken Paviment, sondern auch noch Reste von Pavonazetto und Giallo antico gefunden haben. Reste oder Spuren eines Oberbaus sind nicht gefunden worden, dagegen konnte konstatiert werden, dass der bis an die Mauer des Tambours zu verfolgende Fussboden dort abgeschnitten worden ist, um für die Fundamentierung der Rotunde Platz zu gewinnen. Diese ruht auf einem Ringe von Gusswerk, der im Innern 70 cm, im Äussern nur 15 cm stärker ist als die Mauer des Oberbaus. Von aussen umgibt ihn aber noch ein Ring aus Retikulatmauerwerk. Das ungeheure Gewicht des Neubaus scheint der Grund dafür zu sein, dass der ältere Fussboden aus seiner horizontalen Lage gewichen ist. Er ist in der Mitte am höchsten und senkt sich nach den Rändern zu. Dies Paviment ist offenbar ein Rest der hier vor dem Bau des Hadrian befindlichen Anlage. Ob es zu einem Gebäude gehörte oder ein freier

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Platz war, ist nicht auszumachen, da Spuren von Mauern nicht gefunden sind. Ebensowenig ist auszumachen, ob wir hier schon das Pflaster des Agrippa erreicht haben, oder nicht vielmehr ein späteres, etwa des Domitian. Denn bei den unter diesem Paviment fortgesetzten Nach

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Abb. 25. Fundamente der Vorballe des Pantheons.

grabungen kamen 1 m tiefer die Spuren eines dritten Pavimentes zum Vorschein. Zwischen beiden fanden sich Fragmente von bemalten Architekturstücken und ein unbekannter, rechteckiger Ziegelstempel, den DRESSEL etwa in den Anfang des 1. Jahrhunderts setzt (Röm. Mitt. 1893 p. 317). 4. Von höchster Wichtigkeit waren die Ausgrabungen unter und in der Umgebung der Vorhalle (Abb. 25). Bei der Aufdeckung der Fundamente zeigte sich, dass Rotunde und Vorbau auf einem gemeinsamen Fundamente ruhen, dagegen die Fundamente der Vorhalle erst später gelegt sind.1) Die Fundamente der acht Säulen an den Seiten und im Innern der Halle ruhen auf vier Streifen von Gusswerk (Kasten, cassoni), die bis in die Fundamente des Vorbaus und der Rotunde vorgeschoben sind; dagegen die acht Säulen der Front ruhen auf einer Travertinmauer, die sich als Teil der Umfassungsmauer eines vor Bau der Vorhalle hier befindlichen rechtwinkligen Baus auswies. Die längere Seite dieses Baus, dessen kleinere Achse genau in der Achse des Pantheons liegt, geht auf beiden Seiten über die Vorhalle soweit hinaus, dass noch Raum für je

1) Vgl. L. BELTRAMI, Il Pantheon 1898 pag. 45 Fig. XIII.

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