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in der Bibliothek des k. Kunstgewerbemuseums zu Berlin. Aus der Anomia, Archäologische Beiträge, Carl Robert dargebracht, Berlin 1890, S. 114-123. Sorgfältige Registrierung der sehr zahlreichen Einzelerscheinungen auf diesem Gebiete in den topographischen Jahresberichten von HÜLSEN, Mitt. d. Inst. 1889-1892.

9. Von nicht geringem Interesse, wenn auch weniger lehrreich, als die Handzeichnungen einzelner Denkmäler etc. sind die mittelalterlichen Veduten der ganzen Stadt. Von denselben ist die älteste bis jetzt bekannte die von Cimabue in der Oberkirche von S. Francesco in Assisi im Jahre 1275 ausgeführte, die zweitälteste auf einer bolla Ludwigs des Bayern aus dem Jahre 1328. Diese Veduten haben alle dasselbe Schema: in der Mittellinie das Pantheon, das Kapitol und das Kolosseum, vorn die Porta del popolo, rechts die Engelsburg, die Meta Romuli und S. Pietro, links S. Lorenzo in Lucina, die Trajanssäule, der Turm Innocenz' III. und S. Giovanni in Laterano. Eine Reihe solcher Pläne hat DE ROSSI in seinen Piante icnografiche e prospettiche di Roma anteriori al secolo XVI 1879 publiziert und in demselben Werke zugleich eine Geschichte der Darstellungen der Stadt gegeben. Seitdem sind neue Funde und Publikationen mittelalterlicher Stadtpläne häufiger geworden.

Hauptwerk das oben genannte von DE ROSsı; es enthält den schon in Höflers deutschen Päpsten Band I publizierten vatikanischen Plan, den Plan zum Dittamondo des Fazio degli Uberti, zwei Pläne aus Handschriften der Kosmographie des Ptolemäus, einen Plan aus der Laurentiana (Codex Redianus), den Plan aus Hartmann Schedels De temporibus mundi, und den Mantuaner Plan. STEVENSON, Di una pianta di Roma dipinta da Taddeo di Bartolo nella cappella interna del palazzo del comune di Siena a. 1413. Bull. com. 1881 p. 74 ff. nebst Taf. III, (V. C. L. VISCONTI, Una pianta di Roma del secolo XIV, Bull. com. 1885 p. 77 ff. nebst Taf. XVI. F. GREGOROVIUS, Una pianta delineata da Leonardo da Besozzo milanese. Memorie dell' Accademia dei Lincei ser. III vol. XI p. 203 ff. mit Tafel. E. MÜNTZ, Note sur un plan inédit de Rome au commencement du XV siecle. Rendiconti dell' Accad. dei Lincei I, 2 p. 27 f. D. GNOLI, Di alcune piante topografiche di Roma ignote o poco note. Bull. com. 1885, p. 63 ff, Taf. IX −XV. J. STRZYGOWSKI, Cimabue und Rom. Funde und Forschungen zur Kunstgeschichte und zur Topographie der Stadt Rom 1888. Vgl. Mitteilungen des Instituts 1887, p. 62 f. · DE ROSSI, Ansicht von Rom, gezeichnet von M. Heemskerk, Antike Denkmäler II, 12 und Panorama circolare di Roma delineato nel 1534 da Martino Heemskerk. Bull. com 1891, pag. 330–340. HÜLSEN, Di una nuova pianta prospettica di Roma del secolo XV, Bull. com 1892 S. 38-47. Auf S. 38 ff. gibt Hülsen ein Verzeichnis aller bis jetzt bekannt gewordenen Veduten der Stadt Rom. MICHAELIS, Römische Skizzenbücher Marten van Heemskerks und anderer nordischer Künstler, Jahrbuch des Instituts 1891 S. 125.

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10. Zu erwähnen ist schliesslich, dass auch die christliche Topographie, z. B. in den bei JORDAN, Top. II p. 664 ff., abgedruckten Urkunden, die Geschichte der römischen Kirchen und die christliche Denkmälerforschung von hohem Nutzen für die antike Topographie sind. Auf das einzelne kann hier nicht eingegangen werden, es soll nur auf diese Quelle hingewiesen werden.')

II. Litteratur.

(Aeltestes Verzeichnis bei MARTINELLI, Roma ex ethnica sacra p. 406 ff.; ausführliche Beurteilung in der Beschreibung der Stadt Rom (von BUNSEN) 1, p. XIX-LVI und bei JORDAN, Top. I, 1 p. 77-104. Kurze Charakteristik der Hauptwerke bei W. A. BECKER, De Romae veteris muris atque portis p. 2-8, ausführliches aber kritikloses Verzeichnis bei

1) Wichtigstes der früheren Werke: MARTINELLI, Roma ex ethnica sacra 1653. PAPENCORDT, Geschichte Roms im Mittelalter. GREGOROVIUS, Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter 1869-1872. - A. GRAF,

Roma nella memoria e nelle imaginazioni del medio evo 1883. ARMELLINI, Le chiese di Roma dal secolo IV al XIX. 2. Aufl. 1891.

Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. III, 3, B 2. Aufl.

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CANINA, Indicazione p. 4-25, im wesentlichen wiederholt von NARDUCCI, Bibliografia topografica in der Monografia della città di Roma e della Campagna romana presentata all' esposizione di Parigi del 1878.)

11. Erste Periode (von Flavio Biondo bis zur ersten Ausgabe der Marlianischen Topographie 1440-1534). Die gelehrte Behandlung der römischen Topographie beginnt im 15. Jahrhundert. Das Wiederaufleben der klassischen Studien, verbunden mit dem neuen Aufschwung, den nach Beendigung des Schismas das Papsttum und damit die Entwicklung Roms nahm, waren auch diesem Zweige der Wissenschaft förderlich. An die Stelle der mittelalterlichen, kritiklos geglaubten Legenden, wie die Mirabilien sie boten, treten die Zeugnisse der antiken Schriftsteller. Die wissenschaftliche Grundlage der römischen Topographie für diese Zeit geschaffen zu haben ist das Verdienst des Flavio Biondo, dessen in der Mitte des Jahrhunderts erschienene Roma instaurata die erste auf den Schriftquellen beruhende Topographie ist. Mit Recht nennt Becker den Verfasser huius scientiae quodammodo parentem. Auf der von Biondo geschaffenen Grundlage beruhen die sämtlichen in diese Periode gehörigen Arbeiten, die von Poggio, Rucellai, Leo Battista Alberti, Pomponius Laetus, Francesco degli Albertini, Andreas Fulvius und die erste Auflage des Marliani von 1534. Unter diesen Männern haben Pomponius Laetus und Albertini ganz besonders um die Vervollständigung des Materials aus antiken Schriftstellern und auch aus Inschriften sich verdient gemacht. Von letzterem stammt der erste Versuch einer Sammlung stadtrömischer Inschriften. Bemerkenswert, wenn auch ohne Folgen geblieben, ist der Plan Rafaels, im Verein mit A. Fulvius einen Plan der Stadt aufzunehmen und systematische Ausgrabungen zu veranstalten.

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FLAVIUS BLONDUS Forliviensis (1388-1463), De Roma instaurata libri III, Papst Eugen IV. (1431-1447) gewidmet, die erste datierte Ausgabe 1474, auch gedruckt in den Opera bei Froben in Basel zusammen mit desselben De Roma triumphante libri X“ und anderen Werken. Eine aus diesen Büchern noch im 15. Jahrhundert gemachte Epitome ,tutta di romana topografia" ist bis jetzt unediert; vgl. DE ROSSI, Note di topografia Romana etc. 1882 p. 51. Das Buch ist von Lucius Faunus 1548 ins Italienische übersetzt. POGGIO (1380-1459), De fortunae varietate urbis Romae et de ruina eiusdem descriptio. Von demselben: Historiae de varia fortuna libri IV, erst 1723 in Paris erschienen, abgedruckt in Urlichs Codex topographicus p. 235 ff. B. RUCELLAI (1449-1514), De urbe Roma, gedruckt bei Beccucci, Rerum italarum scriptores ab anno 1000 ad 1600. Florenz 1770, II, p. 757 ff. Vgl. DE ROSSI, Le prime raccolte p. 21 und 48, CIL. VI, 1, p. XLIII. LEO BATTISTA ALBERTI, Descriptio urbis Romae (vgl. DE ROSSI, Piante S. 131), neu herausgegeben von Mancini in Leonis Baptistae Alberti opera inedita 1890, S. 36-46. Unter POMPONIUS LAETUS (gest. 1498, vgl. oben p. 9) Namen geht die wertlose Arbeit eines seiner Schüler: De Romanae urbis vetustate, voller Fehler gedruckt von Mazocchi (1510, 1515, 1523), jetzt von de Rossi aus dem Cod. Marcianus Lat. X, n. 195 fol. 25-31 herausgegeben unter dem daselbst befindlichen Titel: Excerpta a Pomponio, dum inter ambulandum cuidam domino ultramontano reliquias ac ruinas urbis ostenderet in den Note di topografia Romana etc., Studi e documenti di storia e diritto 1882 p. 49 ff. FRANCESCO DEGLI ALBERTINI, Opusculum de mirabilibus novae et veteris urbis Romae, geschrieben 1509 (vgl. CIL. VI_1, p. XLVI), zuerst 1510 gedruckt, dann u. a. wiederholt 1523 in desselben Sammelwerk: De Roma prisca et nova varii auctores. Neu herausgegeben (aber nur die nova urbs) von Schmarsow 1886. Seine Inschriftensammlung wird gewöhnlich unter dem Buchdruckernamen Mazochi citiert. Vgl. CIL. VI 1, p. XLVI. - ANDREAS FULVIUS, Antiquitates urbis Romae 1527. Vgl. über ihn die Charakteristik in der Beschreibung der Stadt Rom I, p. XXIII. B. MARLIANI, Antiquae urbis Romae topographia 1534, von A. Fulvius abhängig.

Zweite Periode. (Von Marlianis zweiter Ausgabe bis Alexander Donatus 1544-1638). Charakteristisch ist für diese Periode neben dem

Von

Studium der klassischen Schriftsteller der Einfluss, den die zunehmende Kenntnis der Monumente auf Auffassung und Darstellung ausübt. Architekten studieren dieselben und zeichnen sie, hin und wieder kommt Benutzung einer früheren Zeichnung vor, wie z. B. bei Serlio, Vedutensammlungen sorgen für die Verbreitung der Kenntnisse und geben jetzt häufig die einzige Kunde von untergegangenen Denkmälern. Bahnbrechend ist Marlianis zweite Ausgabe 1544, eine hervorragende selbständige Leistung; er ist der erste, der die Darstellung durch Pläne und Abbildungen erläutert. Von ihm abhängig sind die Topographien von Lucius Faunus, G. Fabricius, L. Mauro, Boissard und Panvinius. Daran schliessen sich die architektonischen Untersuchungen über einzelne Monumente, wie sie Gamucci und Pirro Ligorio geliefert haben. eigentlichen Architekten beteiligen sich an der Förderung der Topographie Serlio, Labacco und Palladio mit ihren Architekturwerken; treffliche Vedutensammlungen geben Hieronymus Kock, Gio. Ant. Dosi (vgl. p. 2) und Du Perac heraus; im Verlage des in Rom ansässigen Belgiers Lafreri sowie seiner Nachfolger sind in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zahlreiche Veduten, antike Statuen etc. erschienen, die sich öfter in Sammlungen mit wechselnder Blätterzahl unter dem Titel „Speculum Romanae magnificentiae" finden. - Am Ende der Periode fasst der Jesuit Alexander Donatus die Ergebnisse derselben in seiner 1638 erschienenen Roma vetus ac recens zusammen. Er zeichnet sich durch Gelehrsamkeit und Urteil aus (BECKER: vir diligentissimus, veterum scriptorum cognitione ceteros omnes facile superans, aliquotiens tamen ad deteriora declinans).

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B. MARLIANI, Antiquae urbis Romae topographia, 2. Aufl. 1544. LUCIUS FAUNUS, De antiquitatibus urbis Romae 1549 (auch italienisch erschienen). G. FABRICIUS aus Chemnitz, Freund Marlianis, Roma, antiquitatum libri duo, Basel 1550. Vgl. über ihn CIL. VI, 1, p. LI. — LUCIO MAURO, Le antichità della città di Roma 1556, zusammengedruckt mit ALDROANDIS Statue antiche. Vgl. FEA, Miscellanea I, p. CCVI ff., MICHAELIS, Arch. Zeitung 34, 153, Jahrbuch des Instituts 1890 S. 58 f. J. J. BOISSARD, Romanae urbis topographia, Frankfurt a. Main. Er lebte ebenfalls um die Mitte des XVI. Jahrhunderts in Rom. Herausgekommen ist seine Topographie aber erst 1597. In derselben befindet sich eine auf vier Tage verteilte Beschreibung der Merkwürdigkeiten der Stadt. O. PANVINIUS, vergl. oben p. 9. Ueber seine schriftstellerische Thätigkeit und seine ungedruckten Arbeiten CIL. VI, 1, p LIII. Antiquae urbis imago 1558. B. GAMUCCI, Libri quattro delle antichità della città di Roma 1565, mehrfach gedruckt, mit Illustrationen. PIRRO LIGORIO, Ueber seine Schriftstellerei und seine zum grössten Teil ungedruckten Schriften vgl. CIL. VI, 1, p. LI f. Delle antichità di Roma, videlicet de' circi, teatri ed anfiteatri, con le paradosse, quali confutano la commune opinione sopra vari luoghi della città, 1553. Die paradosse" erregten bei den Zeitgenossen lebhafte Entrüstung, sie sind meist verfehlt.-S. SERLIO, Architettura libro I--IV, zuerst 1540, dann 1559-1662, davon enthält das dritte Buch Darstellungen und Beschreibungen der Altertümer. Seine Arbeiten sind auch schon vorher in Einzelausgaben erschienen. A. LABACCO, Libro appartenente all' architettura, nel qual si figurano alcune notabili antichità di Roma, erste Ausgabe 1552. A. PALLADIO (von dem auch noch unpublizierte Handzeichnungen existieren) Libro IV dell' architettura, nel quale si figurano tempi antichi, che sono in Roma 1570. Le terme dei Romani, mehrfach herausgegeben. HIERONYMUS KOCK, Praecipua aliquot Romanae antiquitatis ruinarum monumenta 1551; wiederholt in Scamozzis Discorsi sopra l'antichità di Roma 1583. GIO. ANT. DOSI, Urbis Romae aedificiorum illustrium quae supersunt, descripta a Jo. Batt. de Cavalleriis 1569. DU PERAC, I vestigi dell' antichità di Roma 1575 u. Ô. Aehnliche Vedutensammlungen gibt es noch mehrere, z. B. von ALò GIOVANNOLI, Anfang des 17. Jahrhunderts, Exemplar auf der Berliner Bibliothek.

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Dritte Periode (von Nardinis Roma antica 1666 bis auf Winckelmann). Beherrscht wird diese Periode durch das unheilvolle Beginnen

F. Nardinis, die römische Topographie auf den gefälschten Regionariern (vgl. p. 9) aufzubauen. ,Nicht zuerst", sagt H. Jordan in seiner vortrefflichen Kritik des Mannes Top. I, 1, p. 92, „aber am systematischsten und folgerichtigsten hat er die falschen Texte des Regionsbuches zur Grundlage seines phantasievollen Baues gemacht und mit Hilfe derselben, unbekümmert um die einleuchtendsten Beweisführungen der klassischen Topographen; ganze Stadtgegenden versetzt (Forum, Subura). Die vor ihm und nach ihm mit Glück geübte Unkritik in der Benutzung alter und mittelalterlicher Zeugnisse das kühne Hantieren mit verschriebenen, verdruckten, missdeuteten und erfundenen Namen, das Vermischen aller Zeiten und aller Grade der Glaubwürdigkeit und Unglaubwürdigkeit bei ihm zur Virtuosität ausgebildet, hat die unselbständigen Köpfe in einem Grade verblendet, dass es des vereinten Anlaufs der tüchtigsten Forscher unseres Jahrhunderts bedurft hat, um sein Gebäude über den Haufen zu werfen." Gleich energisch sprach sich schon Becker über ihn aus: Jam vero paullo post Donatum exorta est atrox ac paene exitiabilis topographiae Romanae calamitas, Famianus Nardini, homo natus ad confundenda perturbandaque omnia. Wissenschaftliche Leistungen sind in dieser Periode so gut wie gar nicht zu verzeichnen, da die Arbeiten von Nardinis Nachfolgern, wie die von Ficoroni und Venuti, die aus der Zahl jener unbrauchbaren Machwerke allenfalls noch zu nennen wären, durchaus von diesem abhängig sind. Schätzbares wird dagegen in dieser Zeit in einzelnen grossen Monographien geleistet, wie von Fabretti über die Wasserleitungen, von Bianchini über den Caesarenpalast; auch die Vedutenlitteratur hat einige ihrer ausgezeichnetsten Vertreter in dieser Epoche, namentlich Overbeke und vor allen den genialen Piranesi. — Am Ende der Periode steht Winckelmann. Der Anstoss, den er zum Suchen und zu historischer Betrachtung des Altertums gegeben hat, konnte nicht ohne Bedeutung für die topographische Forschung bleiben, namentlich ist sein Einfluss auf Carlo Fea wichtig, den Begründer der neuen Zeit in der topographischen Wissenschaft. Es ist bezeichnend, dass derselbe seine Dissertazione sulle rovine di Roma zusammen mit der Übersetzung der Winckelmann'schen Kunstgeschichte veröffentlicht.

FAMIANO NARDINI, Roma antica 1666, letzte Ausgabe von Nibby 1818. FRANC. FICORONI, Le vestigie e rarità di Roma antica ricercate e spiegate 1744. R. VENUTI, Accurata e succinta descrizione topografica delle antichità di Roma 1763, von Piale 1824 mit eigenen Anmerkungen herausgegeben. RAFAEL FABRETTI, De aquis et aquaeductibus veteris Romae 1680. BIANCHINI, Palazzo de' Cesari 1738. A. DESGODETZ, Les édifices antiques de Rome, dessinés et mesurés très exactement 1682. B. OVERBEKE, Reliquiae antiquae urbis Romae 1707. GIAMBATTISTA PIRANESI, Le antichità Romane 1756. 4 Bde. Campo Marzo 1762. Magnificenza ed architettura dei Romani. Seine Werke umfassen über zwanzig Bände. Sein Sohn Francesco hat seine Arbeiten fortgesetzt. Neue, hauptsächlich für das Bedürfnis der Kunstindustrie bestimmte Ausgabe von P. LANGE, Oeuvres choisies, Wien. Von Piranesi abhängig ist A. UGGERI, Journées pittoresques des édifices antiques, 1804-1837.

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Vierte Periode (vom Beginn systematischer Ausgrabungen durch Carlo Fea bis jetzt). Den Wahnvorstellungen von der Beschaffenheit des alten Roms, wie sie die vorige Periode hervorgebracht hatte, konnte neben der Schaffung einer kritischen Grundlage nur durch systematische Ausgrabungen ein Ende gemacht werden. Carlo Fea, der als

Commissario delle antichità eine einflussreiche Stellung besass, leitet diese neue Zeit durch seine mit Umsicht und Geschick unternommenen Ausgrabungen ein. Gross sind besonders seine Verdienste um die Forumsfrage. In den Schriften des im Jahre 1829 gegründeten Institutes für archäologische Korrespondenz, den Annali, den Monumenti, und dem Bulletino dell' Instituto entstanden Organe für die regelmässige Publikation und Verwertung der neuen Entdeckungen.') Seit 1861 leitete Pietro Rosa die Aufdeckung des Palatins und des Forums, anfangs im Auftrage Napoleons III., dann als Beamter des Königreichs Italien. Seine Berichte, soweit überhaupt gedruckt, sind teils in den Schriften des Instituts, teils in der Relazione sulle scoperte archeologiche della città e provincia di Roma 1873 niedergelegt. Seitdem ist den römischen Ausgrabungen seitens der italienischen Regierung eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt worden. Neue Publikationsorgane entstanden unter Fiorellis Leitung in den ganz Italien umfassenden Notizie degli scavi di antichità communicate alla R. Accademia dei Lincei, seit 1876 jährlich in 12 Heften erscheinend, und in dem auf die römischen Funde beschränkten Bullettino della commissione archeologica municipale (jetzt comunale) di Roma, seit 1872 jährlich in 4 Heften erscheinend.

Die ersten topographischen Werke dieser Periode stehen noch unter dem Einflusse Nardinis, so die Arbeiten von Guattani, von A. Nibby, der den Nardini noch einmal herausgibt, Stefano Piale, der eine Neubearbeitung des Venuti liefert, und das verdienstliche Werk von C. Sachse. Erst die Beschreibung der Stadt Rom 1830-1842 räumt unter dem Einflusse E. Sartis (vgl. p. 9) ein für allemal mit den Nardinischen Hypothesen auf, ohne indessen für die Topographie eine genügende kritische Grundlage zu schaffen. Diese verdanken wir W. A. Becker, der in seiner Topographie der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts denselben Dienst leistete, wie Flavio Biondo in seiner Roma instaurata dem fünfzehnten. Ein Mangel dieses ausgezeichneten Buches liegt darin, dass es der Denkmälerforschung den Schriftquellen gegenüber eine zu untergeordnete Stellung anwies. Wesentlich auf den durch diese beiden Werke gewonnenen Standpunkt gehen zurück die Arbeiten von W. Gell, Canina, E. Braun, H. Dyer, Reber und Reumont, dagegen ist H. Parkers Archeology of Rome 1874 ff., abgesehen von einzelnen richtigen Beobachtungen, ein beklagenswerter Rückschritt in unwissenschaftlichen Dilettantismus. An die Stelle der Becker'schen Topographie zu treten war H. Jordan, Topographie der Stadt Rom im Altertum, bestimmt. Drei Bände sind erschienen, doch ist das Werk, welches nach seiner breiten Veranlagung noch vieljährige Arbeit erfordert hätte, durch den plötzlichen Tod des Verfassers (1886) abgebrochen. Jordans Arbeit ist ausgezeichnet durch Gelehrsamkeit und Fleiss, doch mangelt ihr sorgfältige Verarbeitung des Stoffes, öfter auch Klarheit der topographischen Anschauung. - O. Gilberts Geschichte und Topographie der Stadt Rom im Altertum; drei

1) Seit 1886 erscheinen Monumenti und Annali als Antike Denkmäler und Jahrbuch in Berlin; das Bullettino erscheint in

Rom weiter als „Mitteilungen des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts, Römische Abteilung“.

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