Lapas attēli
PDF
ePub

Thale zwischen Palatin und Caelius, wurde nach dem Siege des Konstantin über Maxentius (315 n. Chr.) der Konstantinsbogen errichtet, nach der auf beiden Fronten befindlichen Inschrift CIL VI 1139 quod instinctu divinitatis mentis magnitudine cum exercitu suo tam de tyranno quam de omni eius factione uno tempore iustis rempublicam ultus est armis.

[graphic][subsumed][subsumed][subsumed][subsumed][merged small]

Der Bogen ist dreithorig und sehr gut erhalten. Neben den geistlosen Reliefs der konstantinischen Zeit (darunter eins, welches die Rostra darstellt) enthält der Bogen eine Anzahl von Reliefs, Statuen gefangener Dacier und Architekturstücke aus Trajanischer und Antoninischer Zeit von hohem Kunstwerte. Nach PETERSENS Analyse (Mitt. des Röm. Inst. 1889 p. 314 ff.) haben von den sicher als trajanisch zu bezeichnenden die

im Hauptdurchgang und an der oberen Attika befindlichen Reliefs (Kampfund Einzugsscenen), die man früher einem Trajansbogen zuteilte, einem anderen Gebäude angehört. Dagegen scheinen die runden Reliefs von einem Bogen zu stammen. In Antoninischer Zeit sind die an der Attika angebrachten Reliefs (Allokution, Opfer etc.) entstanden. Neuere Nachgrabungen haben gezeigt, dass in der auf den Bogen zuführenden Strasse drei Pflasterungen übereinander liegen (vgl. Abb. 18), und dass der Bogen keine Passage für Fuhrwerk gestattete, sondern gleich dem Severusbogen auf Stufen erstiegen wurde.

Ausser mit Triumphbogen war die Sacra via auch mit anderen Denkmälern, Statuen und Weihgeschenken geschmückt, von denen sich geringe Spuren und Reste noch erhalten haben. Die Überlieferung nennt die Statuen der Cloelia (p. 140) und des Romulus und Titus Tatius (p. 160 Anm. 2), die an der heiligen Strasse standen.

Litteratur: NIBBY, Del foro Romano, della via sacra, dell' anfiteatro Flavio 1819. — JORDAN, Capitol, Forum und Sacra via in Rom 1882. C. FONTANA, L'anfiteatro Flavio descritto ed illustrato, 1725. CANINA, Edif. IV Tab. 164-177. LANCIANI, Iscrizioni dell' anfiteatro Flavio, Bull. com. 1880, p. 211 ff. HÜLSEN, Il posto degli Arvali nel Colosseo, Bull. com. 1894, p. 312 ff. C. FEA, La basilica di Costantino, sbandita dalla via sacra, 1819. NIBBY, Del tempio della Pace e della basilica di Costantino, 1819.

f. Circus Maximus.

59. Der Circus. Das etwa 600 m lange und 150 m breite Thal zwischen Palatin und Aventin lag bis zur Gründung der Servianischen Mauer ausserhalb der Stadt und unmittelbar vor den Thoren sowohl des Palatiums (p. 30 ff.) als auch des Septimontiums (p. 36 ff.) und der Vierregionenstadt (p. 38 ff.). Dieser günstigen Lage wegen und wegen der langgestreckten Form zwischen zwei Bergabhängen hat es von ältester Zeit an als öffentlicher Spielplatz gedient, wie wir dergleichen mehrfach bei altitalischen Städten unmittelbar vor der Stadt finden, z. B. in Alatri (CIL I 1166). Erst durch die Befestigung des Aventins ist auch dieses Thal in das Innere der Stadt gezogen, ohne dass darum der Platz der öffentlichen Spiele verlegt wurde. Im Gegenteil entstand hier aus den primitiven Veranstaltungen der ältesten Zeit allmählich der Circus Maximus.

Der Name des Thales war nach Varro LL. V 154 ad Murcim, nach Livius I 33 ad Murciae von einem hier in intumo circo befindlichen Altar der Murcia, unter welcher Gottheit man Venus verstand (vgl. Fest. ep. p. 148). Bei Servius zu Aen. VIII 636 und Claudian de laud. Stilich. II 404 heisst es vallis Murcia. Der Name wird von älteren Etymologen mit murtea oder myrtea zusammengebracht und angenommen, das Thal sei ehemals mit Myrtengebüsch bedeckt gewesen. In ältester Zeit war es sumpfig, durch dasselbe fliesst ein Bach dem Tiber zu, die Marranna. Auch die vom Colosseum herkommende Kloake geht durch dies Thal und vereinigt sich am Nordwestausgange desselben mit der Cloaca maxima. - Die Sage setzt die Existenz des Circus Maximus schon in die Zeit des Romulus. Doch ist in ältester Zeit hier überhaupt keine circusartige Einrichtung gewesen, sondern nur etwa nach dem Muster der Inschrift des L. Betilienus Varus von Alatri CIL I 1166 ein „campus, ubi ludunt“ bei dem an

der Südostecke des Palatins befindlichen Altar des Consus, der als Gott der Erde und des Ackerbaues verehrt wurde. Der Altar war gewöhnlich in der Erde verborgen, und nur bei den alljährlich dreimal stattfindenden Festlichkeiten, von denen das Hauptfest am 21. August mit Wagen- und Pferderennen gefeiert wurde, deckte man ihn auf. Später war er in den Circus eingeschlossen und befand sich nach Tertull. de spect. 5 ad primas metas.

Die ersten organisierten Einrichtungen, die den Tarquiniern zugeschrieben werden, sollen darin bestanden haben, dass jeder der dreissig Kurien Plätze zugewiesen wurden, auf denen es ihnen gestattet war, Schaubühnen für die Dauer der Spiele zu errichten. Liv. I 35: loca divisa patribus equitibusque, ubi spectacula sibi quisque facerent, fori appellati, vgl. c. 56; Dionys. III 68.

Von feststehenden Einrichtungen für die Spiele oder auch nur für die Sicherung des sumpfigen und Überschwemmungen ausgesetzten Thales war Jahrhunderte lang nicht die Rede. So erzählt Livius VII 2, dass im Jahre 363 v. Chr. eine Überschwemmung des Tiber die im Circus gefeierten Spiele unterbrochen hätte und bringt VIII 20 als besondere Notiz aus dem Jahre 329 v. Chr.: carceres eo anno in circo primum statuti. Wie damals die carceres, d. h. die Schranken, von denen die Wagen ausliefen, beschaffen waren, ist nicht bekannt. Später bestanden sie aus einem Mauerbau (Varro LL. V 153 ad muri speciem pinnis turribusque) mit mehreren Thoren, vermutlich zwölf (die duodecim portae der Regionsbeschreibung). Festus epit. 184 nennt sie (wie Varro a. a. O.) deshalb Oppidum: oppidum dicitur et locus in circo, unde quadrigae emittuntur. Die Anlage einer Spina war jedenfalls vor Kanalisierung und Bedeckung der Marranna nicht möglich. Die grosse Zeit am Anfange des 2. Jahrhunderts v. Chr. (vgl. p. 50) machte sich auch in der Ausgestaltung des Circus geltend. Hören wir auch noch nichts von Bauten für die Bequemlichkeit der Zuschauer, so doch von Ausschmückungen, die uns zeigen, dass nicht mehr wie früher der Circus nur zur Zeit der Spiele sein festliches Gewand anzog, sondern allmählich stehenden Schmuck bekam. So errichtete 196 v. Chr. L. Stertinius (Liv. XXXIII 27) unter mehreren Bogen, fornices, auch einen im Circus maximus, und schmückte sie mit vergoldeten Statuen (his fornicibus signa aurata imposuit); andere Bildsäulen werden Liv. XXXIX 7 und XL 2 erwähnt, und in der berühmten Censur des Jahres 174 wendete sich die behördliche Thätigkeit auch dem Circus maximus zu. Aus der sehr verdorbenen Stelle des Livius XLI 27 geht wenigstens soviel hervor, dass damals die Carceres und die Metae erneuert und caveae ferreae (Käfige für die zu den venationes gebrauchten wilden Tiere) gemacht wurden, und ovaria, Gerüste zum Zählen der Umläufe, wozu man sich der Holzeier bediente.

Von einem wirklichen Bau des Circus erfahren wir erst unter Caesar (Suet. Caes. 39). Er legte zum Schutze der Zuschauer den Euripus, einen 3 m breiten Wassergraben an den beiden Langseiten und der den Carceres gegenüberliegenden Schmalseite an.') Nach Dionys (III 68) hatte dieser

1) Plinius N. H. VIII 21 erzählt, dass Pompeius in seinem zweiten Konsulate 17 oder

20 Elefanten habe kämpfen lassen. Diese hätten plötzlich versucht, auszubrechen non

Circus drei Stockwerke von Zuschauerplätzen übereinander, von denen aber nur das unterste steinern war. Die Carceres und die Metae waren von Tuff und Holz (Suet. Claud. 21). Agrippa stellte nach Dio Cass. XLIX 43 im Circus ein Gerüst von Delphinen auf: Κὰν τῷ ἱπποδρόμῳ σφαλλομένους τοὺς ἀνθρώπους περὶ τὸν τῶν διαύλων ἀριθμὸν ὁρῶν τούς τε δελφῖνας καὶ τὰ φοειδῆ δημιουργήματα κατεστήσατο, ὅπως δι' αὐτῶν αἱ περίοδοι τῶν περιδρόμων ἀποδεικνύωνται. Auch dies Gerüst diente gleich den oraria demnach zur Zählung der Umläufe. - Wie seit Augustus (Suet. Aug. 44) für alle öffentlichen Schauspiele bestimmte Vorschriften über die Verteilung der Plätze bestanden, scheinen auch für den Circus Maximus derartige Einrichtungen getroffen worden zu sein. Nach Dio Cass. LV 22, 4 haben seit dem Jahre 5 v. Chr. Senatoren und Ritter ihre besonderen Sitze gehabt. In Widerspruch damit berichtet ebenderselbe LX 7, 4, dass erst Claudius den Senatoren bestimmte Sitze angewiesen habe, die sie auch in Zukunft behielten (Suet. Claud. 21). Endlich heisst es von Nero Tac. Ann. XV 32: equitum Romanorum locos sedilibus plebis anteposuit apud circum, namque ad eam diem indiscreti inibant (vgl. Suet. Nero 11). Nach Plin. N. H. VIII 21 gewann er Raum für diese Sitze, indem er den von Caesar angelegten Euripus zuschütten liess. Volle Klarheit ist in diese einander widersprechenden Angaben nicht zu bringen.

Die nach aussen sich öffnenden Hallen des untersten Stockwerkes nebst den darüber liegenden Wohnräumen waren vermietet und erfüllt von sauberen und unsauberen Gewerbetreibenden beiderlei Geschlechts (Hor. sat. I 6, 113; Juvenal 6, 588; Cic. pro Mil. 24, 65, de div. I 132, Vita Elag. 26). Die Feuergefährlichkeit dieser Tabernen ist nebst der Holzkonstruktion der oberen Stockwerke wie für den Circus selbst, so für die Umgegend mehrmals verhängnisvoll geworden. Der erste Brand traf den Circus im Jahre 31 v. Chr. Augustus stellte ihn wieder her und erbaute nach Mon. Anc. IV 4 das Pulvinar ad Circum Maximum, von dem aus er manchmal den Circusspielen zuschaute, ') und errichtete auf der Spina den ägyptischen Obelisken, der jetzt auf der Piazza del popolo steht. Abermals brannte vom Circus der nach dem Aventin zu liegende Teil nebst einem Teile des Aventins im Jahre 35 n. Chr. ab (Tac. Ann. VI 51) und wurde von Claudius mit besonderer Pracht wiederhergestellt. Die Carceres, bis dahin von Tuffstein, wurden jetzt von Marmor erbaut, die bisher hölzernen Metae von vergoldeter Bronze gefertigt. Am Circus Maximus brach auch der Neronische Brand aus (Tac. ann. XV 38). Er muss unmittelbar darauf wieder hergestellt sein, denn vier Jahre später hielt Nero durch denselben seinen Triumph (Dio Cass. LXIII 20, Suet. Nero 25). Abermals brannte er unter Domitian ab und wurde von ihm mit dem Material einer Naumachie wieder aufgebaut. Nach Sueton Dom. 5, der

sine vexatione populi, circumdatis claustris ferreis. Deshalb habe der Diktator Cäsar, der bei seinen Triumphalspielen dem Volke ein gleiches Schauspiel bieten wollte, den Euripus angelegt (euripis harenam circumdedit). Zum Zweck dieser Spiele, die Sueton D. Jul. 39 beschreibt, wurden auch die Metae |

fortgeräumt inque earum locum bina castra exadversum constituta erant. Damals und auch schon früher muss die Marranna überdeckt gewesen sein.

1) Er schaute auch nach Suet. Aug. 45 ex amicorum fere libertorumque cenaculis den Spielen zu. Vgl. oben p. 145.

über den Brand berichtet, brannten beide Seiten ab (deustis utrimque lateribus); jedenfalls wurde die südliche Schmalseite verschont, denn der in derselben im Jahre 81 errichtete Triumphbogen des Titus und Vespasianus hat den Brand überdauert.

Unsere Kenntnis von der Gestalt des Circus beginnt erst mit dem Neubau des Trajan (Plin. Paneg. 51; Dio Cass. LXVIII 7), der zwischen 100 und 104 n. Chr. gemacht ist; von da an bis zum 4. Jahrhundert erscheint der Circus auf Münzbildern und Reliefs. Auf denselben ist, übereinstimmend mit den Resten des kapitolinischen Stadtplans (F. U.VIII), die südliche Schmalseite von einem dreithorigen Triumphbogen durchbrochen. Dies ist der in der mittelalterlichen Stadtbeschreibung der Mirabilia Romae genannte ,,in circo arcus Titi et Vespasiani". Die Inschrift desselben hat der Anonymus von Einsiedeln abgeschrieben. Danach ist der Bogen vom S. P. Q. R. 81 n. Chr. den Kaisern Vespasian und Titus wegen Unterwerfung der Juden und Zerstörung Jerusalems gesetzt (CIL VI 944); er hat vermutlich bis ins 13. Jahrhundert bestanden. In der Mitte des Circus zeigen die Münzbilder die Spina, darauf unter anderem auch den Obelisken des Augustus, die Magna Mater (Tertull. de spect. 8, Not. reg. XI), einen Altar und ein Postament mit drei Gestalten, vielleicht nach Plin. N. H. XVIII 8 die Seia, die Segesta und eine dritte, quam nominare sub tecto religio est (nach Tertullian a. a. O. die Tutilina); ausserdem Victorien auf Säulen. Weiter bemerkt man auf ihnen in der südöstlichen Ecke der Arena einen viersäuligen Tempel, wohl das Heiligtum der Venus Murcia. Über den Carceres befindet sich ein Gebäude mit einem Giebel, das vermutlich für die den Spielen vorsitzenden Beamten bestimmt war.') - Der Bau des Trajan ist, wenn auch erweitert und verschönt, im wesentlichen erhalten geblieben. Die Münzbilder des Caracalla wenigstens (Cohen2 Carac. 236) zeigen genau dieselbe Darstellung des Circus wie die des Trajan (vgl. Chron. von 354, p. 147 M.). Der riesige Aufbau, der zu den vielen tausenden von Sitzplätzen nötig war, und der bis in die späteste Zeit die obersten Galerien aus Holz zu bauen nötigte, hatte mehrere schreckliche Einstürze im Gefolge. So kamen unter Antoninus Pius (Chron. v. 354, p. 146 M; Vita Pii 9) bei der Feier der ludi Apollinares durch einen solchen Einsturz 1112 Menschen, unter Diokletian und Maximian (Chron. v. 354 p. 148 M) gar 13,000 Menschen ums Leben. Philippus Arabs feierte 247 n. Chr. das tausendjährige Bestehen der Stadt durch Circusspiele (COHEN 2 V 138, 12. 13; FRIEDLÄNDER, Abh. der Berl. Akad. 1873, p. 67 ff.); die Vita Probi 19 berichtet von einer grossen Venatio, die der Kaiser im Circus, und einem Tier- und Gladiatorenkampf, den er am Tage darauf im Amphitheater gab. Die letzte Ausschmückung des Circus wird dem Constantin zugeschrieben (Aur. Vict. Caes. 40, 27). Constantius errichtete 357 aber noch auf der Spina den grossen Obelisken, der jetzt vor dem Lateran steht. Noch aus dem 6. Jahrhundert hören wir von Spielen, die darin gehalten wurden (Cassiodor. Var. III 51); die letzten Spiele gab Totila 549 (Procop. bell. Goth. III 37); im Mittelalter ging er all

1) Vergl. JORDAN, Forma Urbis Taf. XXXVI, 2 d. Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. III. 3, B. 2. Aufl.

12

« iepriekšējāTurpināt »