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beben beschädigt.1) Am Anfang des 5. Jahrhunderts hob Honorius die Fechterspiele, im 6. Theodorich die Tierkämpfe auf. Im Mittelalter diente es römischen Grossen, unter anderen den Frangipani (vgl. p. 74) und Annibaldi als Festung. Im 14. Jahrhundert begann die Zerstörung des Gebäudes; zum Bau des Palazzo Venezia, der Cancelleria und des Palazzo Farnese sind hier die Steine entnommen. Clemens X. (1670-1676) legte in dem verfallenden Gebäude eine Salpeterfabrik an; erst seit Benedict XIV. (1740-1758) hat man die trotz aller Zerstörung immer noch überwältigenden Reste durch Aufführung zweckmässiger Bauten vor weiterem Verfall geschützt.2)

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2. Aus der ausserordentlich interessanten Baubeschreibung dieses einzig dastehenden Gebäudes, die in der Beschreibung der Stadt Rom III 1, 319 ff., bei REBER, CANINA, TAYLOR u. a. gegeben ist, sind in erster Linie die Masse hervorzuheben. Das Gebäude bildet eine Ellipse, deren äusserer Umfang 524 m beträgt, die Längsachse beträgt 188 m, die Querachse 156 m. Die ebenfalls eine Ellipse bildende Arena misst 86 und

(restituit). Vgl. DE ROSSI, Ann. dell. Ist. 1849 p. 338.

1) CIL VI p. 860 N. 100.

2) Das Nähere siehe bei BABUCKE, Ge

schichte des Kolosseums, Königsberg i. Pr. 1899 (Programm des altstädtischen Gymnasiums).

54 m im Durchmesser.1) Die Höhe beträgt 48,50 m. Das Theater hatte vier Stockwerke, die in der Fassade zum Ausdruck kommen. Das untere Stockwerk wird nach aussen von einer Arkadenreihe von Travertin gebildet, die Pfeiler sind 2,40 m breit und 2,70 m tief, die Bogenweite beträgt 4,20 m, die Höhe 7,05 m. An die Pfeiler lehnen sich dorische Halbsäulen. Über den achtzig Bogen, die als Eingänge dienten, standen die Nummern 1-76 (die vier nicht für das Publikum bestimmten Haupteingänge an den Endpunkten der Achsen hatten keine Nummern); erhalten sind Nummer XXIII bis LIIII nebst dem Haupteingang nach dem Esquilin

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hin. Das zweite und dritte Geschoss hat Arkaden gleicher Art, 6,45 m resp. 6,40 m hoch, mit einer Brüstung von 1 m Höhe versehen. Die Halbsäulen, die sich an die Pfeiler lehnen, sind im zweiten Geschoss ionischer, im dritten Geschoss korinthischer Ordnung. Das vierte Stockwerk zeigt eine durch flache Pilaster korinthischer Ordnung gegliederte Mauer, die über jedem zweiten Bogen der unteren Stockwerke von Fenstern durchbrochen ist, die abwechselnd in der Attika (zur Erhellung des Korridors) und in der oberen Wand angebracht sind. Über der oberen Fensterreihe springen aus der Wand Konsole hervor, zwischen je zwei Pilastern

1) Nach den Messungen bei NISSEN, Rh. Mus. XLIX p. 297, betragen die Achsen genau 187,770 m, 155,638 m, 85,756 m, 53,624 m.

drei, zum Tragen der Masten bestimmt, an denen das zum Schutze gegen Sonne und Regen dienende Velarium befestigt war. Im Umkreis des Amphitheaters ist eine Anzahl von aufrechtstehenden, ein Travertinpflaster von 17,5 m Breite begrenzenden Cippen erhalten, die, nach den Einschnitten und Löchern, in denen ehemals eiserne Krammen gesessen haben, zu urteilen, vielleicht durch Einfügung von Holzbalken zur Absperrung des Theaters dienten. Mit den Eingängen korrespondieren

sie nicht.

Durch die 76 Eingänge des Erdgeschosses gelangte man in zwei gewölbte, das ganze Gebäude umlaufende Korridore und von da zu den Treppen. Von den vier anderen Eingängen führte die an dem Nordende der kleinen Achse nach dem Esquilin zu gelegene, die mit einem besonderen Portal versehen war, zu war, zu der die unteren Sitzreihen, das Podium, unterbrechenden Loge für den Kaiser (pulvinar); am anderen Ende der Achse, nach dem Caelius zu, ist dieselbe Einrichtung nachzuweisen. Wenn die eine Loge für den Kaiser da war, so dürfte die andere für den Stadtpräfekten oder den die Spiele leitenden Beamten bestimmt gewesen sein. Die beiden Eingänge an den Enden der langen Achse führten direkt in die Arena. Das Innere des Theaters ist jetzt stark zerstört, man sieht fast nur noch die Stützmauern für die Sitzreihen (gradus). Diese selbst sind bis auf verhältnismässig wenige Marmorblöcke verschwunden. Von Wichtigkeit sind die noch erhaltenen Reste von Inschriften, aus denen hervorgeht, dass bevorrechtigten Ständen etc. besondere Sitze angewiesen waren.1) Die besondere Einteilung des Zuschauerraumes ergibt sich aus dem unter Fig. 15 und 16 beigefügten Grund- und Aufriss. Die maeniana, 2) die, nach den 16 Treppen, die aus den Hallen des Erdgeschosses emporführten, in ebensoviele cunei geteilt waren, trugen die Sitzreihen, das oberste maenianum überdachte eine Porticus. Die Regionsbeschreibung gibt an, das Gebäude habe 87 000 Plätze gehabt (amphitheatrum, quod capit loca LXXXVII). Diese Zahl wird in dem unten in Anm. 1 citierten HÜLSENSchen Aufsatze besprochen; HÜLSEN hat die lineare Ausdehnung sämmtlicher Sitzreihen gemessen 68,750 römische Fuss, wonach, auf die Person 11/2 Fuss 0,44 m gerechnet, 40 bis 45 tausend Personen auf den Sitzreihen Platz fanden. Die auf der Porticus des obersten Stockwerkes stehenden Zuschauer mit eingerechnet kann. man 50 000 Zuschauer als das Maximum annehmen. Da wir wissen, dass Kollegien, Korporationen etc. von seiten der Behörden nicht eine Anzahl von Plätzen im modernen Sinne, sondern ein genau nach Fussen und Zollen abgemessener Platz zugeteilt wurde, und die römische Statistik wohl nur mit

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1) LANCIANI, Iscrizioni dell' anfiteatro Flavio. Bull. com. 1880, p. 211-282. HÜLSEN, Il posto degli arvali nel Colosseo etc. Bull. com. 1894 p. 312-324. CIL VI Additamenta.

2) Die Arvalurkunde vom Jahre 80 n. Chr. (vgl. den Aufsatz von HÜLSEN) spricht

von

einem primum Maenianum, einem secundum Maenianum, das in zwei Teile, ein inferius und superius zerfiel, und dem summum Maenianum in ligneis. Ueber die Unsicherheit der Rekonstruktion vgl. Röm. Mitt. 1897 p. 334.

diesen Grössen sich befasst hat, so ist jedenfalls eine Gleichsetzung des Begriffes loca mit Personen keineswegs selbstverständlich.1)

Unter der Arena haben sich, jetzt zum Teil aufgedeckt (vgl. Abb. 15 p. 168), elliptische Grundmauern gefunden, verbunden von geraden, der grösseren Achse parallelen Mauern. Die Bedeutung dieser Bauten ist nicht klar, ein Teil davon diente wohl zur Trockenlegung des Platzes und zur Wasserableitung. Von hier führte ein von Commodus erbauter unterirdischer Gang in Räume unter dem Tempel des D. Claudius auf dem Caelius.

3. Das Amphitheater war in einem vom Caelius bis zum Esquilin reichenden Halbkreise von Gebäuden umgeben, die den Zwecken der Spiele dienten. Von ihnen werden in der II. Region aufgeführt der Ludus matutinus (CIL VI 352. 10172) und Gallicus (CIL VI 9470), das Spoliarium, Samiarium und Armamentarium (CIL VI 10164); in der III. Region der Ludus magnus (CIL VI 1645. 7659. 10164-10170) und Dacicus und das Summum choragium. — Die ludi waren Gladiatorenschulen, von Domitian erbaut (Chron. v. 354 unter Dom.); erhalten ist auf einem Stadtplanfragment (F. U. I 3) ein Teil des 1. magnus. Spoliarium wird als der Ort erklärt, an den die getöteten Gladiatoren hingeworfen wurden, samiarium ist die Waffenschmiede (vgl. JORDAN, Top. II p. 18), armamentarium die Rüstkammer (vgl. PRELLER, Reg. p. 121 f.), summum choragium endlich das scenische Ausstattungsgebäude für die Aufführungen im Amphitheater (PRELLER a. a. O. p. 126, vgl. HIRSCHFELD, Verwaltungsgeschichte p. 184). Ein danach benannter Vicus ist zum Teil F. U. II 7 erhalten. Vielleicht gehörte zu diesem Kreise von Gebäuden auch eine bei S. Pietro in Vincoli auf dem Oppius nachgewiesene Athletenschule (Not. d. scavi 1884, p. 67); auch die lupanaria der II. Reg. lagen wohl hier in der Nähe.

Zwischen dem Amphitheater und dem Venus- und Romatempel befindet sich der Backsteinkern eines grossen Springbrunnens, der vermutlich zur selben Zeit errichtet wurde wie das Colosseum. Eine Leitung, die von der Hauptleitung auf dem Caelius sich abzweigte, führte zu ihm; nach den auf den Röhren befindlichen Inschriften (LANCIANI, Syll. aqu. 1—8) stammt sie von Domitian. Aus der konischen Form des Brunnens geht hervor, dass derselbe die in der Regionsbeschreibung genannte Meta sudans ist. Der Chron. von 354 nennt Domitian als den Erbauer. Vgl. Seneca epp. 6, 4; COHEN, Titus 163. 184.

58. Triumphbogen. Die Sacra via war von mehreren Triumphbogen überspannt, von denen der Fabierbogen schon oben p. 92 besprochen ist. Ausserdem standen über dieser Strasse noch unseres Wissens zwei Bogen: 1. Bei dem Sacellum Streniae am östlichen Ende der Strasse hinter dem Colosseum stand ein Bogen mit drei Durchgängen, uns nur bekannt durch das Haterierrelief im Lateran, auf welchem Gebäude der Sacra via dargestellt sind. Auf der Attica des Bogens steht Arcus ad Isis, was jedenfalls

1) Das ergibt sich auch aus Liv. I 35 loca divisa patribus equitibusque etc., wo von den

Schaubühnen im Circus Maximus die Rede ist. Vgl. p. 175. 178.

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Da

nicht der eigentliche Name, sondern
eine volkstümliche Bezeichnung ist.1)
2. Der noch erhaltene Titus-
bogen auf der Summa sacra via.
Er ist einthorig und von den er-
haltenen wie der älteste, so der
kleinste. Errichtet wurde er, wie
die Inschrift CIL VI 945 sagt, dem
Kaiser Titus zu Ehren, aber, wie
aus der Bezeichnung divus hervor-
geht, erst nach seinem Tode.
rauf weist auch das innerhalb des
Bogens befindliche nördliche Relief,
das die Apotheose des Kaisers dar-
stellt. Martial I 70 nennt den Bogen
bei der Beschreibung der Summa
sacra via nicht, wie derselbe über-
haupt auffallenderweise bei Schrift-
stellern nie erwähnt wird. Das im
Innern des Thorganges an der Süd-
seite angebrachte Relief stellt den
Triumphzug des Titus
Titus nach der
Zerstörung von Jerusalem
Von dem unter den Beutestücken
des Jehovatempels dargestellten
siebenarmigen Leuchter heisst der
Bogen im Mittelalter arcus septem
lucernarum. Eine Zeitlang war er
in die Befestigungsanlagen der Frangi-
pani eingebaut; jetzt steht er frei,
ist aber, namentlich nach dem Forum
zu, stark restauriert. 2)

dar.

Bei der Meta sudans mündet in die Sacra via die von der Porta Capena kommende Strasse. Über dem Punkte, wo die Strassen sich treffen, am Eingang zu dem

1) Vgl. BRUNN, Ann. d. Inst. 1849 p. 392 ff.; Mon. V 7; BENNDORF und SCHÖNE, Lateran p. 235 ff.; GILBERT, Top. III p. 193 f. hält ihn für ein altes Stadtthor, was nach so viel Bränden und Strassenerweiterungen kaum möglich ist.

2) Das Haterierrelief (vgl. Abb. 17) hat einen arcus in summa sacra via, der in der Architektur von dem Titusbogen nicht unerheblich abweicht. Man wird doch aber schwerlich zwei Bogen in summa sacra via annehmen können.

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