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3. An einer nicht mehr nachweisbaren Stelle befand sich die Curia Saliorum, das Amtshaus der palatinischen Salier. Ob in diesem Gebäude oder in der Regia (vgl. p. 91) die heiligen Schilde, die ancilia, aufbewahrt wurden, ist zweifelhaft. Denn einerseits heisst es, das ancile ,,duлεtés", nach welchem Numa die elf anderen anfertigen liess, sei in die Regia, die Wohnung Numas gefallen, andrerseits sagt Dionys. II, 70 von den Saliern: „ὧν ἐν Παλατίῳ κεῖται τὰ ἱερά".1) In der Regionsbeschreibung wird diese Curie nicht aufgeführt, dagegen kennt sie Curiam veterem, offenbar dasselbe Gebäude, welches bei Tac. Ann. XII 24 Curiae veteres heisst und als Nordostecke der palatinischen Stadt genannt wird (vgl. p. 33). Ob sie mit der Curia Saliorum etwas zu thun hat, ist unbekannt. Die kapitolinische Basis nennt einen Vicus curiarum, der in dieselbe Gegend zu setzen ist, wie die Curiae veteres.

45. Die Tempel der Victoria und der Magna Mater. 1. Von den auf dem Palatin befindlichen Tempeln hielt die Tradition für den ältesten den der Victoria; er sollte sogar älter als die Romulische Stadt und von den Arkadern gegründet sein (Dionys. I 32). Dagegen berichtet Livius X 33 aus dem Jahre 294 v. Chr., dass L. Postumius aedem Victoriae, quam aedilis curulis ex multaticia pecunia faciendam curaverat, dedicavit. Der Tempel wird selten erwähnt, namentlich ist von einem Umbau oder einer Wiederherstellung desselben nirgends die Rede. Vom Jahre 205 bis 191 barg er das aus Pessinus angelangte Idol der Magna Mater (Liv. XXIX 14; CIL. I p. 314, 4. April). Im Jahre 193 erbaute M. Porcius Cato daneben (prope aedem Victoriae) eine Aedicula der Victoria Virgo (Liv. XXXV 9). Seitdem haben wir keine Nachrichten über ihn, es sei denn, dass die Victoria Germaniciana der Regionsbeschreibung auf ihn zu beziehen ist, doch scheint dies eher der Name eines nach einer Bildsäule benannten Vicus zu sein.

2. Ebenfalls aus republikanischer Zeit stammt der Tempel der Magna Mater. Auf Anraten der Sibyllinischen Bücher war das Idol der Magna Mater Idaea im Jahre 205 aus Pessinus nach Rom gebracht worden; es fand bis zur Vollendung eines eigenen Tempels eine vorläufige Unterkunft im Tempel der Victoria. Der im Jahre 204 begonnene Tempel (Liv. XXIX 37) wurde im Jahre 191 v. Chr. vollendet und von M. Junius Brutus (Liv. XXXVI 36) dediziert. Er ist zweimal abgebrannt; im Jahre 111 v. Chr., worauf ihn ein Metellus (Jul. Obs. 99. Ovid fast. IV 348) und im Jahre 1 n. Chr., worauf ihn Augustus wiederherstellte. Die Herstellung durch Augustus muss ein völliger Neubau gewesen sein, das Mon. Ancyr. zählt ihn unter den von ihm neu gebauten Tempeln auf mit den Worten aedem Matris Magnae in Palatio feci. Zugleich mit der Überbringung des Idols auf den Palatin wurden die Megalesia (Spiele namentlich scenischer Art) eingerichtet und seit Vollendung des Tempels der Magna Mater vor diesem gefeiert. Cic. de harusp. resp. 12, 24: nam quid ego

1) Gegen die Aufbewahrung auf dem Palatin spricht vornehmlich die Notiz Ciceros de divin. I 17, 30 (vgl. Valerius Maximus 1 8, 11), dass bei dem Brande der Curie der

in derselben aufbewahrte Augurnstab (lituus) des Romulus nicht mit verbrannt sei, ohne dass der Ancilia Erwähnung geschieht. Vgl. über die ganze Frage MARQUARDT VI 427 ff.

....

de illis ludis loquar, quos in Palatio nostri maiores ante templum in ipso Matris Maynae conspectu Megalesibus fieri celebrarique voluerunt . . . . quibus ludis primum ante populi consessum senatui locum P. Africanus iterum consul ille maior dedit.... quorum religio tanta est, ut ex ultimis terris arcessita in hac urbe consederit, qui uni ludi ne verbo quidem appellantur Latino, ut vocabulo ipso et adpetita religio externa et Matris Magnae nomine suscepta declaretur. Bei der Einweihung des Tempels kam unter anderem der Pseudolus des Plautus zur Aufführung.1)

3. Über die Lage dieser beiden Tempel steht folgendes fest:

a) Der Clivus Victoriae, dessen Benennung von der Aedes Victoriae abgeleitet wird, erklomm den Palatin von der Westseite, man wird den Tempel also auf dieser Seite des Berges zu suchen haben. Der Clivus ging von der Porta Romanula aus (vgl. p. 34), über seinen weiteren Lauf steht aber nichts fest, ausser dass er von dem ziemlich tief liegenden Thor bis auf die Höhe des Berges geführt haben muss. Gewöhnlich wird der von S. Teodoro sich in mässiger Steigung am Abhang entlangziehende, an der Nordwestecke des Berges in die Substruktionen der Kaiserpaläste eintretende und sich am Nordrande des Berges fortsetzende Weg als Clivus Victoriae bezeichnet; LANCIANI hat das den Namen des Clivus enthaltende Fragment des Stadtplanes auf Taf. 29 seiner Forma urbis so eingetragen, dass der Clivus des Fragmentes sich mit dem unteren Teile des betreffenden Weges deckt, doch bestätigen die noch vorhandenen Reste diese Identifizierung keineswegs. Der ursprüngliche Lauf des Clivus wird wohl überhaupt nicht festzustellen sein. Die riesigen Substruktionen der Kaiserzeit haben den Abhang derartig umgestaltet, dass es vergebliche Mühe wäre, den Zustand etwa zur Zeit, wo der Tempel der Victoria gebaut wurde, ergründen zu wollen. Nun sind unterhalb dieser Substruktionen, etwa an der mit m bezeichneten Stelle, in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts durch BIANCHINI (vgl. Pal. dei Cesari p. 236) Inschriftreste gefunden, die sich auf die Victoria und einen Bau des Augustus beziehen (CIL. VI 3733). LANCIANI (Bull. com. 1883, p. 208) hat diesen Fund zuerst bei Besprechung der Lage des Tempels herangezogen, ohne dass er zu einem anderen Resultat gekommen wäre, als dass er annimmt, der Tempel habe da gelegen, wo der Clivus die höchste Stelle des Berges erreichte (nella parte piu alta del clivo), HÜLSEN (Röm. Mitt. 1895 p. 23 ff.) hält den Fundort der Inschriftreste, also das untere Ende des Clivus auch für den Standort des Tempels, obgleich die Inschriften zu dem Tempel selbst jedenfalls nicht gehören, sondern zu zwei verschiedenen kleineren Bauten (Altar oder Kapelle). BIANCHINI sagt deshalb nur: fragmenta inscriptionum Victoriae dicatarum et epistylia nomine Augusti signata videntur clivum Victoriae indicare. Ich halte die HÜLSEN'sche Ansetzung nicht für glücklich. Wie schon BECKER richtig bemerkte, wird der von der Porta Romanula ausgehende Clivus Victoriae nicht von einem am unteren Ende hart neben dem Thore gelegenen Tempel oder Heiligtum seinen Namen haben, sondern gleich dem Clivus Capito

1) Vgl. PRELLER-JORDAN, Römische Mythologie II p. 56 f.

linus, Clivus Salutis u. a. von dem am oberen Ende gelegenen Tempel. Auch halte ich es für ganz unwahrscheinlich, dass der alte Tempel der Victoria anderswo als wirklich auf dem Palatin, d. h. auf der Höhe des Berges gelegen haben soll (Liv. XXXV 9 aedem Victoriae, quae est in Palatio), und dies sagt ja auch Dionys I 32 ausdrücklich: ἐπὶ δὲ τῇ κορυφῇ τοῦ λόφου τὸ τῆς Νίκης τέμενος ἐξελόντες. Hier war der natürliche Platz für eine Tempelanlage in Palatio, während gar nicht abzusehen ist, wie überhaupt zwischen der Porta Romanula und dem Abhang des Berges ein nur einigermassen ansehnlicher Tempel Platz finden konnte. Wahrscheinlich sind die oben erwähnten Inschriftreste von der Höhe herabgestürzt und lag der Tempel oberhalb des Fundortes. Ich halte es für die Bestimmung der Lage des Tempels auch nicht für gleichgültig, dass das Idol der Magna Mater gerade in dem Tempel der Victoria bis zur Vollendung des eigenen Tempels aufbewahrt wurde. Man hätte ja das Idol vielleicht in jedem beliebigen Tempel der Stadt unterbringen können, aber da man es überhaupt gleich auf den Palatin brachte, wo der Tempel errichtet werden sollte, so wird man es auch wohl in einen dem Bauplatz zunächst liegenden Tempel gebracht haben, so dass meines Erachtens die Lage des Tempels der Victoria von dem der Magna Mater nicht wohl zu trennen ist.

b) Für die Lage des Tempels der Magna Mater gibt es folgende Zeugnisse: Oberhalb der Scalae Caci haben sich zwei inschriftliche Monumente gefunden, eine Basis für eine Statue (CIL. VI 3702) und der Rest einer Marmortafel mit einer Dedikationsinschrift (CIL. VI 1040),1) die beide unzweifelhaft auf den Kult der Magna Mater Bezug nehmen, ausserdem der Torso einer thronenden weiblichen Statue, die mit grosser Wahrscheinlichkeit auf die Magna Mater gedeutet ist. Eine weite Verschleppung dieser Reste ist nicht anzunehmen. Die Annahme, dass der Tempel der Magna Mater an dieser Seite des Palatins gelegen habe, wird durch Martial VII 73 bestätigt. Es geht nach der ansprechenden Erklärung, die HÜLSEN (Rhein. Mus. 1894, p. 409) den Versen gegeben hat, daraus hervor, dass der Tempel der Magna Mater auf dem Palatin vom Aventin aus gesehen werden konnte. Hierauf gestützt nun hat HÜLSEN die Vermutung von VISCONTI und LANCIANI (Guida del Palatino p. 135), dass die auf Tafel 12 mit C bezeichnete Ruine der Tempel der Magna Mater sei, zur seinen gemacht und eine Rekonstruktion des Tempels in seinen Untersuchungen über die Topographie des Palatins (Röm. Mitt. 1895 p. 3 ff.) gegeben. Diese Rekonstruktion konnte um so vollkommener werden, als in der nächsten Umgebung der Ruine noch eine grosse Menge von Werkstücken lagert, die offenbar zum Oberbau des Tempels gehört haben, sämtlich aus Peperin. Die Grundbauten wie das Material des Oberbaues verwiesen den Tempel in eine sehr frühe Zeit, das Mauerwerk der ersteren ähnelt dem unterhalb des Tempels zur Verstärkung der alten Stützmauer (vgl. p. 31) verwendeten Quasiretikulat; gleiches Mauerwerk findet sich auch in den Portiken

1) Vgl. CIL. VI 496 u. 513, die wahrscheinlich auch hier in der Gegend gefunden sind, und Not. d. scav. 1896, p. 186.

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