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gravely said that I understood him perfectly“. 1) Seiner Mutter schrieb Th. 1853: „A man who has been a-pleasuring for twenty years begins to settle down as a sort of domestic character not gloomy or ill-tempered, nor peevish or unkind, but a sort of mild melancholyó.2) Th. fand Traurigkeit im Humor und eine Träne auf dem Augenlid des besten Scherzes. „The best of your poems, instead of making me laugh, had quite the other effect... All the best comic stuff so affects me. Sancho, Falstaff, even Fielding in Amelia“ 3) schrieb er an H. Smith. Umgekehrt reizt ihn das Melancholische immer zur Lustigkeit. In ,,Paris Revisited“ schreibt er von sich selbst: „That Man, sir, is perpetually finding something ludicrous, in what is melancholy, and when he is most miserable is always most especially jocular“. 4) In seinem Essay ,,Going to see a Man Hanged" stellt er Betrachtungen darüber an, warum so traurige Erscheinungen, wie Mord, Hinrichtung Stoff zum Lachen geben (III. 625). FitzBoodle ist niemals in so guter Laune gewesen, als an jenem Tage, wo er von einem Begräbnis nach Hause kam; während er einmal auf einem Maskenball war, „the gaiety of which made me“, - FitzBoodle schreibt selbst – „,80 profoundly miserable,

that egad! I wept like Xerxes . . and was sick – sick at heart“.5) Th. glaubt, dass Harlekins Gesicht unter der Maske immer ernst oder gar melancholisch ist (II. 700). In einem trüben Augenblick bekennt er, dass er seine „comic business with the greatest pains, seriousness, and troubles“6) verrichtet.

Trotzdem ist seine Weltanschauung keine pessimistische. Selbst in einer der trübsten Perioden seines Lebens, als er „Vanity Fair“ schrieb, sagte er: „The world is a

“ looking glass and gives back to every man the reflection of his own face. Frown at it and it will in turn look sourly upon you; laugh at it and with it and it is a jolly and kind companion“,?) und in den „Newcomes“ findet sich eine Stelle ähnlichen Inhalts: ,,some folks say the world is heartless : he who says so either prates commonplaces (the most likely

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1) XII. XXII. 2) VIII. XXXI. 3) Melv. I. 111. 4) VI. 147. 5) IV. 295. 6) XII. 330.

and charitable suggestion), or is heartless himself, or is most singular and unfortunate in having made no friends“.')

Alle diese Charaktereigenschaften, besonders „a sardonic melancholy .. relieved by an always present capacity for instant frolic“, wirkten zusammen, Th. zu dem Humoristen zu machen, wie er sich in seinen Werken zeigt, ,,of all satirists the most humourous, and of all humorists the most satirical“.?) Denn Humor ist eine subjektive Auffassungsweise des Gemüts, ist Stimmung, fliesst also aus diesen Anlagen heraus. Mit der Treffsicherheit des Genies hat das Th. auch selbst betont und als notwendige Charakterzüge des Humoristen Eigenschaften erwähnt, die wir fast als Abstraktion von seinem eignen Charakter betrachten dürfen: „A literary man of the humouristic turn is pretty sure to be of a philanthropic nature, to have a great sensibility, to be easily moved to pain or pleasure, keenly to appreciate the varieties of temper of people round about him, and sympathise in their laughter, love, amusement, tears. Such a man is philanthropic, man-loving by nature, as another is irascible, or red-haired, or six feet high“.3)

II. Selbstverlachung und Anreden an die Leser.

Dem Subjektivismus des Humors entspricht es, dass der Dichter den Gang der Erzählung öfters unterbricht durch Einschaltung moralischer Betrachtungen, durch Angaben über sein persönliches Verhalten, über seine Stimmung, kurz durch Einstreuung seiner „Privatgedanken“. Die moralischen Betrachtungen sind bei Th. ziemlich häufig und unterbrechen oft in geradezu störender Weise den Gang der Handlung, zumal wenn sie sich über eine oder gar mehrere Seiten erstrecken. Im allgemeinen hat Schaub recht, wenn er sagt: „Das Moralisieren ist eine Unart, die wir ihm oft und gerne verzeihen, so lange sie sich nicht zu breit macht“4) Im

.4 Uebrigen jedoch erhöhen und beleben solche subjektiven Einschaltungen, besonders in den Ich-Erzählungen, den Reiz der

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1) VIII. 750. 2) Trollope 119. 3) VII. 714.

bloss objektiven Darstellung. Für den Humoristen sind solche Einschaltungen besonders charakterisierend, wenn sie in der Form der

Selbstverlachung auftreten. Der bloss Witzige lacht über die Schwächen und Torbeiten anderer, der Humorist reflektiert weiter und erkennt, dass auch er selbst seine Schwächen und Lächerlichkeiten hat. „Dem Witze muss endlich einfallen, dass er sich selbst ausgelassen hat: so und nicht anders ist der Uebergang zum Humor zu begründen".1) Diese wahre Selbsterkenntnis ist das Höchste, was der Mensch an sich vollbringen kann, und „It is only very sensible or very honest people, who laugh as freely at their own absurdities as at those of their neighbours". 2) Dazu gehört Th., der sogar erklärt, er würde Preise aussetzen für diejenigen, „who should

, invent the dozen ugliest likelinesses of me" 3) Bei seiner Reise in Amerika brachten amerikanische Zeitungen über sein Leben eine Reihe von romanhaften Legenden, die er in einer scherzhaften Selbstkarikatur ,,Mr. Th. in the United States“ übertrumpfte und zurückwies. Er dichtet sich hier die sonderbare Gewohnheit an, Skizzen auf seinen Fingernägeln zu entwerfen für seine Karikaturen: ,,The phosphoretic ink he originally used has destroyed the entire nails, so his fingers are now tipped with horn, on which he draws his portraits“.4) Er hat eine unersättliche Leidenschaft für Schnupftabak, den er lose in der Westentasche trägt. Bei einem Balle brachte er die ganze Gesellschaft so sehr ins Niesen, dass alles in wildem Durcheinander den Saal verlassen musste. Wenn er spazieren geht, wird er von einer Hyäne begleitet, die ihm in London geschenkt worden ist und ihm überall hin folgt, obgleich sie vollständig blind und taub ist und sich nur mühsam auf drei Beinen und einem hölzernen fortschleppt. In diesem Tone geht die Schilderung weiter. Während seiner Jugend wurde Th. bekanntlich bei einem Streite das Nasenbein gebrochen, so dass seine Nase zeitlebens entstellt blieb. Und sogar über diesen körperlichen Defekt kann er scherzen, ein wahrlich nicht geringer Akt geistiger Freiheit!

1) Vischer $ 205. 2) William Hazlitt, Lectures on the English Comic Writèrs p. 10. 3) XIII. 384.

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(XIII. 361). Auch seine äussere Gestalt hat er zum Gegenstand zahlreicher Karikaturen, in Wort und Bild, gemacht. Ebenso macht er über seine Werke Scherze heiterer Selbstverlachung. „Author's Miseries. Caricatures, Nr. 1“ ist unterschrieben: „Perhaps you flatter yourself that you have made an impression on Miss Flannigan, and you find her asleep over your favourite number 1 In „Brown's Letters to a young Man about Town“ lässt er ein Mitglied seines Clubs über der Lektüre von „Pendennis“ einschlafen. Ja, er ist sogar angenehm berührt, wenn er jemand über seinen Romanen eingeschlafen findet. Nur sieht er es nicht gern, wenn man seine Vorlesungen durch lautes Schnarchen stört. In den „Roundabout Papers“ schreibt er dazu: „I have frequently

„ seen men at clubs asleep over their humble servant's works, and I'm always pleased. Even at a lecture I don't mind if they don't snore. Only the other day when my friend A. said, "you have left off that Roundabout business, I see; very glad you have', I joined the general roar of laughter at the table“.2) Einen Brief unterschreibt er

W. M. Th. „Author of “The Wolves and the Lamb” a rejected masterpiece in two Acts“.3) Solch ironisches Selbstlob spendet er sich häufiger: In einem anderen Briefe schreibt er: „Plymouth.

As to this place, though the most beautiful country I have ever seen, there is only one thing that equals it, and that is the description I have given of it in my journal“. 4)

Sein Buch über Napoleon preist er an mit scherzenden Worten: There is a ballad in the volume which if properly studied will be alone worth two and sixpence to any man“.5)

Ueberhaupt kann sich jeder glücklich preisen, der die Gelegenheit hat, eine seiner kleinen Balladen singen zu hören (IX. 54). Als Kritiker dünkt er sich ebenfalls unerreicht: Titmarsh is fully convinced, that all the painters in this town have their eyes incessantly fixed upon his criticisms and that all the wise ones regulate their opinions by his“.6)

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1) VI. 735. 2) XII. 182. 3) XI. XXXV. 4) IX. XXII. 5) XIII. 341.

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Indirekt verspottet er auch seinen eignen Beruf: „For a whole week you would have fancied me a real poet, having all the exterior marks of one with a week's beard, a great odour of tobacco, a scowling, ferocious, thoughtful appearance. I used to sit all day meditating, nail-biting, and laboriously producing about twenty lines in twelve hours“.1) Seine allerdings bescheidenen Kenntnisse im Griechischen gibt er ebenfalls unserem Lächeln preis, wenn er während seiner Reise von Cornhill nach Cairo bei einer emphatischen Beschreibung des Ozeans sagt, ,,that the innumerable little waves that frisked round about our keel were enjoying an anerithmon gelasma (this is one of my four Greek quotations; depend on it I will manage, to introduce the other three before the tour is done)",) oder wenn er in einer Schule in Irland den Lehrer fragt, ob auch die alten Sprachen gelehrt würden, und auf die verneinende Antwort mit dem Ausdruck schalkhaften Bedauerns sich abwendet „saying, with a knowing air, that I would like to have examined the lads in a Greek play“ 3) Ein andermal beschreibt er uns ehrlich eine Karikatur, die ein Freund von ihm angefertigt hat, „a portrait of your humble servant, as an immense and most unpleasant featured baboon, with long hairy hands, and called by the waggish artist „A literary Gorilla“.4) Lächelnd verwahrt er sich gegen den falschen Verdacht des Lesers, der etwa vermuten sollte, dass Th. nicht an einem Wirtsbausschilde vorüber gehen könnte ohne Einkehr halten. In Paris sind solche Wirtshausschilder oft wahre Kunstwerke, und Th. hat oft seinen Gang unterbrochen, „to admire (the reader will give me credit for having remained outside) the excellent workmanship ...“5) Diese Beispiele liessen sich noch ins Ungezählte fortführen.

Wer so die komischen Vorstellungen anderer heiter über sich ergehen lassen kann, muss nicht nur über volle und freie Selbsterkenntnis verfügen, sondern sich auch eines diesem Tun zu Grunde liegenden positiven Kerns seiner Persönlichkeit, der durch dieses Lachen nicht getroffen wird, bewusst sein. Das ist eben mit der Hauptcharakter des Humoristen, dass er andere über sein Gebaren lachen lässt und selbst

zu

1) V. XIV. 2) V. 614. 3) VI. 70. 4) XII. 324

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